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Lingserve language solutions

Regel 1: Anführungszeichen

Regel 2: Kursivschrift

Regel 3: Worttrennung

Schriftsetzen im Englischen

Unsere drei goldenen Regeln für Schriftsetzer

Als Hilfestellung für unsere Kunden haben wir drei goldenen Regeln für das Schriftsetzen englischer Übersetzungen zusammengestellt.

Regel 1 – In englischen Texten bitte englische Anführungszeichen verwenden.

Von Gänsefüßchen und anderen Tierleiden

In unserer ersten goldenen Regel geht es um Anführungs- und Auslassungszeichen (Apostrophen). Es ist schon schade, wenn eine sorgsam erstellte Übersetzung durch die Verwendung von deutschen Anführungszeichen in einem englischen Text etwas von ihrem Glanz verliert. Das sieht einfach unschön aus. Es ist, als würde man eine deutsche Frage mit spanischen Fragezeichen umrahmen. ¿Was etwas merkwürdig aussieht, nicht wahr? Und nicht nur dem Profi spanisch vorkommt.

Dabei ist das ganz einfach. Hier ist eine kurze Übersicht der einschlägigen Unterschiede:

„Deutsche Anführungszeichen“ und im Ausnahmefall auch mal ‚deutsche halbe Anführungszeichen‘

“English quote marks” ‘English single quote marks’

And here’s an English apostrophe.

Und das war's schon. Doppelte Anführungszeichen im Englischen haben vorne eine 66 und hinten eine 99, beide stehen dabei oben. Einfache Anführungszeichen haben jeweils eine 6 und eine 9, wieder beide oben. So einfach ist das.

Man kann auch ganz gerade Striche verwenden: "Like these". And 'like these'. And here's a straight apostrophe as well. Die werden im Internet häufig sogar bevorzugt, beispielsweise von der BBC und von Guardian Online. Wenn's ums Gedruckte geht, ziehen wir allerdings die kringeligen Varianten vor.

Für alle diejenigen, die sich fragen warum wir in unseren Übersetzungen aus doppelten oft einfache Anführungszeichen machen oder sie sogar ganz weglassen seien hier ein paar Gründe aufgeführt: Zunächst einmal besagt unser Hausstil bei LingServe, dass doppelte Anführungszeichen nur bei wörtlicher Rede zu verwenden sind – d. h. für etwas, was jemand tatsächlich gesagt hat (oder was ihm zumindest von der PR-Agentur überaus kunstvoll in den Mund gelegt wurde … ). Zweitens verwenden wir Anführungszeichen grundsätzlich nur dann, wenn sie wirklich nötig sind. Meistens genügt schon der Zusammenhang. Und überflüssige Satzzeichen machen den Text bloß unübersichtlich.

In vielen Fällen braucht man einfach gar keine Anführungszeichen. Anders als im Deutschen werden in der englischen Sprache Hauptworte normalerweise nicht groß geschrieben, daher ist es einfacher etwas besonders hervorzuheben. Wenn ein Wort mit einem Großbuchstaben beginnt, weiß man instinktiv schon, dass es damit etwas Besonderes auf sich hat. Der Zusammenhang tut ein Übriges dazu. Vielleicht schreiben ja deshalb so viele deutsche Unternehmen ihren Firmennamen klein. Typografisch gesehen kann man sich auf diese Weise sehr schön von der Masse abheben.

Im Zweifelsfall stehen wir für Rückfragen natürlich immer gerne zur Verfügung.

Regel 2 – Kursivschrift. Kursive Formatierung bitte unbedingt beachten!

Wenn sich die Worte schräg stellen …

Unsere zweite goldene Regel für das Schriftsetzen englischer Übersetzungen befasst sich mit der Kursivschrift.

Zunächst einmal eine kurze Übersicht, wann in englischen Texten kursiv gedruckt wird:

Bei Fremdwörtern: The museum featured a wealth of historical objets d'art.

Zur Betonung: LingServe is the best translation company around.

Für Titel, z. B. von Büchern oder Filmen: Perhaps Karl Marx’s most famous work was Das Kapital.

Es liegt in der Natur des Übersetzens, wo es ja um die Übertragung von Ideen und Vorstellungen von einem Kulturkreis in einen anderen geht, dass im fertigen Text schon mal das eine oder andere Fremdwort auftaucht. Noch dazu gibt es bestimmte Worte, die sich einfach nicht angemessen übersetzen lassen, und die man daher am besten in der Originalsprache belässt. Gemütlichkeit ist ein Paradebeispiel für ein deutsches Wort das oft besser unübersetzt bleibt. Wenn möglich sollte die Bedeutung des Wortes aber aus dem Textzusammenhang erschließbar sein.

Die gelegentliche Verwendung von Fremdwörtern verleiht einer Übersetzung außerdem ein gewisses Lokalkolorit. Wenn man die Bratwurst auch im Englischen Bratwurst nennt, hat der Leser sehr viel eher ein Bild von Deutschland vor Augen als wenn man sie schlicht als „gebratene Wurst“ bezeichnet. Wo wir meinen, dass der englische Leser vielleicht doch etwas mehr Hilfe benötigt, verwenden wir auch schon mal eine erklärende Mischform, z. B. „bratwurst sausage“.

Da man im Deutschen äußerst selten aus den oben genannten Gründen kursiv schreibt, wird die Kursivschrift leicht übersehen, beispielsweise wenn unsere übersetzten Texte von einer Word-Datei in ein DTP-Programm kopiert werden. Dann geht die Formatierung häufig unterwegs verloren. Aber es ist wichtig, sie beizubehalten.

Was Ihnen zu diesem Thema auch noch begegnen könnte ist die Verwendung von Kursivschrift zur Betonung des bestimmten Artikels, ein sehr nützliches Hilfsmittel im gedruckten Schriftenglisch. Damit deutet man an, dass sich im gesprochenen Englisch die Aussprache des „the“ ändert (häufig die naheliegende Übersetzung des deutschen Wortes „schlechthin“), wodurch der Vokal lang wird und das Wort dann mehr wie „thee“ als „the“ klingt. Vergleichen Sie als Beispiel die folgenden Aussagen:

Düsseldorf is a thriving and influential centre for art – and is considered the city for fine arts in western Germany.

Düsseldorf is a thriving and influential centre for art – and is considered the city for fine arts in western Germany.

Ohne das kursive „the“ geht etwas von der Betonung des Satzes verloren.

Glücklicherweise lassen sich kursiv geschriebene Wörter in MS-Word ganz leicht finden. Man öffnet einfach die erweiterten Suchoptionen, klickt dort auf die Schaltfläche „Format“, dann auf „Schriftart“ und wählt „kursiv“ als Schriftstil. Dann kann man schnell und bequem alle kursiven Wörter durchsehen. Sehr nützlich für umfangreiche Dokumente.

Kurz und gut: bitte darauf achten, dass wir in unseren Übersetzungen oft Kursivschrift verwenden, und dass es wichtig ist, diese bei der Textverarbeitung beizubehalten.

Regel 3 – Automatische Worttrennung auf Englisch umstellen oder ganz ausschalten.

Marmor, Stein und Eisen bricht.....

... aber englische Worte nicht.

Wort|tren|nung: Substantiv, feminin. Das Unterteilen eines Wortes in seine einzelnen Silben mit dem Ziel, beim Zeilenumbruch in gedruckten Texten eine optisch ansprechende Trennung zu gewährleisten.

Wie wir schon in den beiden vorigen goldenen Regeln gesehen haben, genügt es zum korrekten Schriftsetzen einer englischen Übersetzung nicht, den Text einfach in das DTP-Programm zu kopieren bzw. zu importieren. Es ist auch wichtig, dass man die richtigen Anführungszeichen und Apostrophe verwendet, und man muss außerdem darauf achten, welche Wörter im Englischen kursiv zu formatieren sind. Die Worttrennung ist ein weiterer Knackpunkt.

Beim Setzen eines Dokumentes verwenden Textverarbeitungs- bzw. DTP-Programme normalerweise vorprogrammierte Trennregeln. In der englischen Sprache ist das Trennen jedoch äußerst kompliziert, und zudem gibt es Unterschiede zwischen britischem und amerikanischem Englisch. Die einzelnen Details sind zu vertrackt und undurchschaubar, um in diesem Rahmen genauer darauf eingehen zu können. Viel wichtiger ist es, darauf hinzuweisen, dass man auf keinen Fall deutsche Trennungsregeln für einen englischen Text verwenden sollte. Zum einen ist die deutsche Rechtschreibung bekanntlich sehr viel genauer geregelt und standardisiert als die englische, wo es oft keine einzige, definitive Regelung gibt. Aber vor allem handelt es sich hier um eine andere Sprache, und die unterliegt nun mal ihren eigenen Trennungsregeln.

Wir empfehlen deshalb die automatische Trennung am besten auszuschalten und Blocksatz zu verwenden – oder zumindest englische Trennregeln vorzugeben, wenn das möglich ist. Wobei zu erwähnen wäre, dass englische Wörter in der Regel wesentlich kürzer sind, was den Blocksatz enorm erleichtert.

Ist das in der Praxis nicht machbar (z. B. weil das Layout schmale Spalten enthält), so sollte das Dokument von einem fachkundingen Muttersprachler Korrektur gelesen werden (idealerweise natürlich von uns) um unpassende Trennungen zu beseitigen.