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Eine Krise jagt die nächste

Same same, but different

Home, sweet home

Fettnäpfchen bei der Kaltakquise

One less thing to worry about ... or should that be fewer?

Re-wording your translations

Little word, big meaning

A particular challenge

Vis-à-wie?

Guten Appetit!

Übersetzungen sind wie Autos...

Get thee to a punnery!

Übersetzungsdienste optimal nutzen

Development in defiance of dictionary definition!

LingServe geht den Bach runter

Betont verschieden – verschieden betont

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Aller Jahre wieder: Der Geschäftsbericht

Ausschreibungen auf dem Prüfstand

Weglassen. Keine Sünde, sondern eine Tugend

Klagelied eines Englisch-Übersetzers (aktualisiert)

Zwei Nationen, durch eine gemeinsame Sprache getrennt

Neues Jahr. Neue Serviceangebote.

Wann ist eine Bilanz keine Bilanz

Big as a house

Ten myths about translation quality

A collaborative process

Archiv-Einträge (Informatives)

Eine Krise jagt die nächste (28.01.2022)

Wer regelmäßig mit der deutschen und englischen Sprache arbeitet, wird vielleicht ebenso wie wir bemerken, dass für bestimmte Wörter in der jeweils anderen Sprache zwar ein mehr oder weniger direktes Äquivalent existiert, aber die eine Sprache das entsprechende Wort deutlich häufiger verwendet als die andere das Pendant. Da wären zum Beispiel „erfolgreich" und „insbesondere", auf die wir in einem späteren Blog zurückkommen werden. Heute wollen wir uns hingegen dem Begriff „Krise" widmen. Man muss kein Sprachgenie sein, um zu wissen, dass dem deutschen Wort „Krise" das englische Wort „crisis" entspricht. Aber greifen deutsche Muttersprachler wirklich öfter zur Krise als englische? Hieb- und stichfeste Beweise können wir dafür leider nicht liefern. Unsere Beobachtungen beruhen eher auf Erfahrungswerten und Bauchgefühl als auf empirischer Recherche. Letztere würde einfach zu viel Zeit in Anspruch nehmen - und wir haben Übersetzungen zu erledigen! Wir lesen jedoch viel in beiden Sprachen und sind Experten wenn es darum geht, Nuancen der Bedeutung zu vermitteln. Unsere Behauptungen sind also nicht völlig aus der Luft gegriffen.

So lange wir uns zurückerinnern können, war in der Welt immer irgendwo eine Krise im Gange. Der Verfasser dieses Blogs begann seinen Berufsweg als Übersetzer zum Beispiel in etwa zur selben Zeit, als Angela Merkel - die „Krisenkanzlerin" - in Deutschland das Heft in die Hand nahm. Die Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008* scheint aus heutiger Sicht lange her zu sein, aber ihre Auswirkungen dauerten viele Jahre an. Und die quantitativen Lockerungsmaßnahmen, die zur Eindämmung dieser Krise getroffen wurden, waren zum Teil noch in Kraft, als die Corona-Krise ausbrach und noch viel umfangreichere Finanzspritzen notwendig machte. Man beachte hier den Gebrauch des Ausdrucks „Corona-Krise". Während im Englischen zumeist schlicht von der „pandemic" gesprochen wird, ist im Deutschen diese Krise absolut Teil des Alltagsvokabulars geworden. Und es steht wohl außer Frage, dass wir in den letzten zwei Jahren alles gesehen haben, was eine waschechte Krise ausmacht: Krankheit, Leid, Todesfälle, Ausgangssperren, einen wirtschaftlichen Einbruch ... die Liste ist lang. Aber das Englische lässt all diese Assoziationen eher unausgesprochen mitklingen als fortlaufend von einer Krise zu sprechen. Und so deprimierend dieser Gedanke auch sein mag, nach einiger Zeit setzt eine gewisse Abstumpfung ein und die Wahrnehmung der Umstände verschiebt sich von einer drängenden Krise hin zu einer unbequemen Normalität. Wir Übersetzer können den Begriff Krise so langsam auch einfach nicht mehr sehen und können uns gut vorstellen, dass es den Lesern unserer Übersetzungen vielleicht ähnlich geht. Daher machen wir aus der deutschen „Corona-Krise" in unseren Übersetzungen - dem einheimischen Stil getreu - gelegentlich die „pandemic". Natürlich muss in solchen Fällen der Kontext eindeutige Bezüge liefern. Aber in der Regel ist recht unmissverständlich erkennbar, von welchem Virus die Rede ist.

Zugegebenermaßen geht der Begriff „Corona-Krise" auch leichter von der Zunge als „coronavirus crisis". Das sind zum einen die Silbenzahl und der Sprachrhythmus. Aber das Präfix „Corona-" hat sich auch grundsätzlich im Deutschen viel breiter etabliert als im Englischen. Warum, ist schwer zu sagen. Vielleicht liegt es daran, dass „Corona" im englischen Sprachraum stärker mit der gleichnamigen Biermarke assoziiert wird. Fest steht, dass einem im Deutschen nun oft Begriffe wie „Corona-Kind", „Corona-Speck" oder „Corona-Frisur" begegnen, während wir hier im Englischen eher von einem „lockdown baby", „lockdown belly" oder „lockdown haircut" sprechen.

Hier gilt es, wie immer, die aktuellen Gepflogenheiten jeder Sprache zu beobachten und eine möglichst flüssige und natürlich klingende Übersetzung zu wählen. Dabei lohnt es sich stets, die offensichtliche Lösung zu hinterfragen und den Text aus der Sicht des zielsprachlichen Lesers zu betrachten.

* Aus Übersetzersicht sind die Begrifflichkeiten zur Beschreibung dieser Krise zudem aufgrund des Phänomens der Ergänzungsbindestriche interessant. Im Deutschen wird oft von der „Wirtschafts- und Finanzkrise" oder der „Banken- und Finanzkrise" gesprochen. Das ist leicht möglich, da Ergänzungsbindestriche ein viel und gern genutztes Instrument sind. Versuche, diese Namensvarianten im Englischen ebenfalls mit zwei Begriffsnuancen wiederzugeben, resultieren meist in unnatürlichen und mitunter zweideutigen Formulierungen. Die beste Lösung ist hier oft, schlicht und einfach von der „financial crisis" zu sprechen, und die Attribute „banking" und „economic" unter den Tisch fallen zu lassen. An die Rolle gewisser Banken in dieser Krise erinnern sich die meisten von uns wohl auch ohne explizite Gedächtnisstütze.

 

Same same, but different (29.10.2021)

Deutschland ist eine der exportstärksten Nationen der Welt, wenn es um materielle Güter geht. Aus sprachlicher Sicht baut das deutsche Volk jedoch seit Jahren ein stetig wachsendes Handelsdefizit an Lehnworten auf. Für jeden „doppelganger" und jedes „wunderkind", das die englische Sprache sich ausleiht, schleichen sich hunderte, wenn nicht tausende englischer Vokabeln in die deutsche Sprache ein. Die meisten sind dabei zeitgenössischer als gängige Germanismen im Englischen wie „schadenfreude" und „kindergarten". Englische (oder zumindest englisch inspirierte) Entlehnungen im Deutschen decken vom „Airbag" bis zum „zoomen" ein breites Spektrum ab, das klar unsere moderne Kultur widerspiegelt.

Dass sich diese Anglizismen für unseren monatlichen Blog stets als ergiebige Materialquelle anbieten, ist kaum überraschend. Aus der Sicht eines englischen Muttersprachlers ist es immer faszinierend (und oft amüsant), zu beobachten, welche Wörter aus der eigenen Muttersprache ihren Weg in die Fremdsprache finden. Viele dieser Wortimporte machen bei ihrem Übergang in die andere Sprache allerdings einen gewissen Bedeutungswandel durch. Nehmen wir zum Beispiel die Bezeichnung „Trainee". Ein Blick in die einschlägigen Wörterbücher fördert bereits einen klaren Unterschied zutage.
Laut Duden ist ein Trainee ...

jemand (besonders Hochschulabsolvent[in]), der innerhalb eines Unternehmens eine praktische Ausbildung in allen Abteilungen erhält und dadurch für seine spätere Tätigkeit vorbereitet wird

Das Oxford English Dictionary definiert den „trainee" unterdessen als ...

A person undergoing training for a particular job or profession.

Im Gegensatz zum Englischen verwendet das Deutsche den Begriff „Trainee" also vornehmlich (und unserer Erfahrung nach fast ausschließlich) für Karrierestarter in Absolventenprogrammen und Programmen für Nachwuchsführungskräfte. „Na und?" denkt nun vielleicht der eine oder andere. „Ist das wichtig?" Nun, für uns als Übersetzer zumindest schon. Denn wenn wir einen Mitarbeiter im Englischen einfach als „trainee" bezeichnen und nicht als „management trainee" oder „graduate trainee", vermitteln wir dem englischsprachigen Leser ein etwas anderes Bild als der Ausgangstext dem deutschen Leser.

Die Bezeichnung Manager ist ein weiteres Beispiel aus dem Personalwesen, bei dessen Übersetzung vom „Deutschen" ins Englische Vorsicht geboten ist. Im Deutschen wird dieser Titel für Personen verwendet, die in der Hierarchie höher stehen als eine einfache Führungskraft.

Für jene, die in den erfolgreichsten Unternehmen an den Hebeln der Macht sitzen, gibt es dann noch eine Steigerungsform - den „Top-Manager". Im Englischen hingegen finden wir die Bezeichnung „manager" auf nahezu allen Ebenen der Hierarchie, mit qualifizierenden Ergänzungen wie „junior", „middle" oder „senior/executive".  

Diese subtilen Bedeutungsverschiebungen lassen sich durchaus als Argument dafür betrachten, dass die deutsche Sprache durch die Übernahme von englischen Begriffen nicht etwa verkümmert, wie oft beklagt wird, sondern vielmehr bereichert wird. Statt etablierte deutsche Bezeichnungen wie „Auszubildender" oder „Führungskraft" zu verdrängen, haben Begriffe wie „Trainee" und „Manager" lediglich bestimmten Facetten eines breiten Bedeutungsspektrums einen eigenen Namen gegeben.

Ein anderes Beispiel für einen Bedeutungswandel ist das aus dem Englischen entlehnte Verb „chatten", das im Deutschen ausschließlich ein online geführtes Gespräch bezeichnet. Im Englischen hingegen wird „to chat" primär mit einer persönlichen Unterhaltung assoziiert. Um klarzustellen, dass es sich um einen virtuellen Austausch handelt, müsste man in der englischen Sprache das Wort „online" explizit hinzufügen, sofern die Umstände nicht eindeutig aus dem Kontext hervorgehen:

Vergleiche dazu „We chatted last week" [die implizite Annahme ist persönlich] und „We chatted online last week".

Im Deutschen drückt „Wir haben letzte Woche gechattet" eindeutig aus, dass das Gespräch a) virtuell und b) schriftlich geführt wurde.

Auch hier handelt es sich genau genommen um eine Verengung der Bedeutung im Deutschen gegenüber der englischen Verwendung des Begriffs. Aber statt eines Verlustes kann man auch in diesem Fall die Entlehnung als einen Zugewinn betrachten, da die deutsche Sprache um ein Verb bereichert wird, das im Gegensatz zu „plaudern" oder „quatschen" gezielt eine Online-Unterhaltung beschreibt.

Das Phänomen von Bedeutungswandlungen bei Übernahmen aus einer Sprache in eine andere ist zweifellos ein alter Hut. Doch für Übersetzer ist es ein stetig brodelnder Problemherd. Für jeden Glücksfall wie „Airbag" oder „zoomen", der sich ohne Kopfzerbrechen eins zu eins zurückübersetzen lässt, gibt es ein Dutzend andere Fälle, in denen wir differenzierte Übersetzungsarbeit leisten müssen, auch wenn der deutsche Text bereits Englisch aussieht.

Home, sweet home (16.07.2021)

Dem Thema Pseudo-Anglizismen („Denglisch") haben wir uns bereits in früheren Blogartikeln gewidmet. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat sich nun ein weiteres Exemplar dieser Gattung in den täglichen Sprachgebrauch eingeschlichen. Der Ausdruck „Wir arbeiten im Homeoffice" bzw. „Wir sind im Homeoffice" ist derzeit im deutschsprachigen Raum allerorts auf Websites, in E-Mail-Signaturen und an anderer Stelle in der Kundenkommunikation anzutreffen.

Allerdings stellt die deutsche Sprachgemeinschaft hier erneut ihr Talent darin unter Beweis, Begriffen bei den Entlehnung aus dem Englischen auch gleich eine semantische Neuausrichtung zu verpassen. Für einen englischen Muttersprachler bedeutet der Begriff „home office" einen physischen Raum im eigenen Haus, der speziell als Arbeitsplatz eingerichtet ist.

„We are working in the home office" oder „We are in the home office" scheint der oben genannten deutschen Formulierung ziemlich genau zu entsprechen, drückt aber folglich aus, dass sich die betreffenden Personen im besagten Arbeitszimmer befinden. Im Deutschen hingegen bezieht sich diese Phrase mehr auf den Umstand, dass von zu Hause gearbeitet wird, und weniger auf einen konkreten Raum. Gerade während der Pandemie wurden in den meisten Haushalten wohl eher Esstische, Küchentische und Gartenmöbel in freien Ecken zu improvisierten Arbeitsplätzen umfunktioniert. Von einem „home office" im englischen Sinne kann die Mehrheit nur träumen.

Um die beabsichtigte Bedeutung der deutschen Aussage „Wir arbeiten im Homeoffice" entsprechend widerzuspiegeln, würde ein englischer Muttersprachler am ehesten sagen „We are working from home". An dieser Stelle wollen wir auch auf einige weitere, verwandte Begriffe eingehen, die während der Pandemie zunehmend verwendet wurden und deren Bedeutung gelegentlich schwer abzugrenzen ist:

Home working: Dieser Begriff erklärt sich mehr oder weniger von selbst und birgt wenig Gefahr für Missverständnisse - es wird von zu Hause gearbeitet.

Mobile working: Dieser Ausdruck bezeichnet das Arbeiten auf einem mobilen Endgerät (z. B. einem Laptop oder Tablet) von unterwegs. Diese Möglichkeit gab es natürlich schon vor der Pandemie und wurde vermutlich aufgrund der weitreichenden Reisebeschränkungen in den letzten eineinhalb Jahren eher weniger genutzt als zuvor.
Dennoch ist insbesondere der deutsche Ausdruck „mobiles Arbeiten" während der Pandemie deutlich gebräuchlicher geworden. Der folgende Satz ist ein direktes Zitat aus einem Kundentext:

„In einer Hau-Ruck-Aktion sind wir ins mobile Arbeiten übergegangen."

Dies bezog sich auf die notgedrungene Umstellung vom Arbeiten im Büro auf das Arbeiten von zu Hause, die das entsprechende Unternehmen im Zuge des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 quasi von heute auf morgen vornehmen musste. Was der Autor in diesem Falle also eigentlich meinte, war nicht „mobiles Arbeiten" sondern „von zu Hause arbeiten".

Remote working: Dieser Begriff bezeichnet ein Setup, bei dem Beschäftigte nicht zum Arbeiten zu einem zentralen Bürostandort pendeln sondern stattdessen - typischerweise über eine elektronische Schnittstelle - von einem anderen Ort auf die IT-Umgebung des Arbeitgebers zugreifen. Sowohl „mobiles Arbeiten" als auch „von zu Hause arbeiten" sind daher im Grunde Teilbereiche des Remote-Working-Prinzips.

Im Deutschen wird jedoch deutlich häufiger der Begriff „mobiles Arbeiten" als allgemeiner Ausdruck für diverse Remote-Working-Varianten verwendet, da „Remote Working" bzw. „remote arbeiten" als Lehnwort nicht besonders elegant klingt und sich (z. B. hinsichtlich Beugungsformen) weniger gut in die deutsche Grammatik einfügt. Bei der Übersetzung vom Deutschen ins Englische gilt es daher für den Übersetzer, den Kontext genau zu beurteilen, um die richtige Bedeutungsnuance im Englischen zu treffen.

Die bereits seit Längerem bestehenden deutschen (bzw. aus dem Griechischen entlehnten) Ausdrücke „Fernarbeit" und „Telearbeit" scheinen hingegen bereits „überholt" und werden nur noch selten verwendet.

Flexible working: Dieser Ausdruck kann diverse Arbeitsbedingungen beschreiben. Am häufigsten bezeichnet er - insbesondere in Bezug auf Arbeitskonzepte für die Zeit nach der Pandemie - ein Konzept, bei dem Beschäftigte einen Teil der Woche im Büro und die restlichen Tage von zu Hause arbeiten. Außerdem kann auch eine flexible Handhabung der Anfangs- und Endzeiten des Arbeitstages mit diesem Begriff ausgedrückt werden.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf ein - zugegebenermaßen seltenes, aber dafür recht fatales - Fettnäpfchen: Die neudeutsche Phrase „Ich arbeite im Homeoffice" sollte auf keinen Fall mit dem englischen Satz „I am working in the Home Office" (wörtlich: Ich arbeite im Innenministerium) gleichgesetzt werden. Erfahrene Übersetzer werden diesen Fauxpas sicherlich zu vermeiden wissen. Aber für Einsteiger und noch vielmehr für Nutzer maschineller Übersetzungstools ist hier Vorsicht geboten.

Fettnäpfchen bei der Kaltakquise (22.01.2021)

Wie die meisten Übersetzungsbüros erhalten auch wir gelegentlich E-Mails von freiberuflichen Übersetzerinnen und Übersetzern auf der Suche nach Aufträgen. Das ist grundsätzlich auch völlig in Ordnung. Klinken putzen gehört zum Geschäft - auch wir betreiben aktives Marketing. Jedoch tun wir dies, zumindest aus unserer Sicht, mit etwas mehr Stil und deutlich mehr Sorgfalt als die meisten Freelancer, von denen wir Anfragen erhalten.

Der offensichtlichste Fehltritt in den meisten dieser E-Mails besteht darin, dass Leistungen in Sprachen beworben werden, die unser Büro selbst nicht anbietet. Unser Top-Tipp für Marketing-Anfragen an Übersetzungsagenturen ist daher, zunächst einmal zu prüfen, ob die eigenen Arbeitssprachen von diesem Unternehmen überhaupt abgedeckt werden! Nicht alle Übersetzungsdienstleister arbeiten nach dem „Alle Länder, alle Sprachen"-Prinzip. Wir zum Beispiel betrachten unsere Fokussierung auf ein Sprachenpaar als Differenzierungsmerkmal. Anfragen dieser Art, die den Spam-Filter überstehen, landen bei uns leider ohne Umschweife im virtuellen Papierkorb.

Ein weiterer häufiger Schwachpunkt bei Marketing-E-Mails von Freiberuflern ist der Schreibstil. Wir verstehen natürlich, dass viele Übersetzer, die uns anschreiben, keine englischen Muttersprachler sind. Aber wer mit geschriebener Sprache sein tägliches Brot verdienen will, sollte auch in seiner Korrespondenz einen hohen Standard wahren. Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance. Fast alle Marketing-E-Mails, die wir erhalten, sind mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern und unidiomatischen Ausdrücken geradezu übersät. Unser zweiter Tipp für aufstrebende Übersetzerinnen und Übersetzer, die mit einer Agentur ins Geschäft kommen möchten, lautet daher: Lasst eure E-Mails von einem Muttersprachler gegenlesen und korrigieren.

Natürlich ist uns klar, dass ein Großteil dieser Anfragen per Massenversand an zahlreiche Adressaten verschickt wird. Da wären wir dann auch gleich bei unserer nächsten Aversion: nicht personalisierte E-Mails. Wenn solche E-Mails von Junkmail-Absendern kommen - in unserem Fall zum Beispiel regelmäßig von dem Regalsystemanbieter Rapid Racking - dann ist uns das herzlich egal. Vielleicht glauben sie, dass wir meterweise Wörterbücher zu verstauen haben. Aber wenn eine völlig unpersönliche Anfrage von jemandem kommt, der mit uns eine enge Zusammenarbeit eingehen möchte, dann halten wir von diesem Ansatz wenig. Tipp 3 lautet daher: E-Mails individuell auf den Empfänger zuschneiden. Sprich uns mit unseren Namen an - sie sind nicht schwer zu finden - oder verwende zumindest den Namen unserer Firma.

Eine E-Mail, die wir kürzlich erhielten, hob sich erfreulicherweise deutlich von der Masse ab. Sie war nicht weltbewegend innovativ, aber namentlich an uns adressiert, klar formuliert, sprachlich gut und idiomatisch verfasst und nicht übermäßig lang. Außerdem überzeugte sie mit einer professionellen E-Mail-Signatur und einem angehängten Lebenslauf im PDF-Format (nicht MS Word!). Auf dieses Anschreiben haben wir dann auch gern geantwortet und vereinbart, die Kontaktdaten der Absenderin in unsere Kartei aufzunehmen.

Ob ein Übersetzungsunternehmen letztlich eine Zusammenarbeit mit einem Freiberufler oder einer Freiberuflerin aufbaut, hängt natürlich nicht in erster Linie von der Qualität ihrer Bewerbung ab, sondern von der Qualität der eigentlichen Übersetzungsleistungen. Doch um diese unter Beweis stellen zu können, muss man zunächst einen Fuß in die Tür bekommen - und das ist leichter, wenn man nicht direkt mit offensichtlichen Fehlern seine Chance verspielt.

One less thing to worry about ... or should that be fewer? (03.04.2020)

Supermarkets are prominent in the news at the moment for reasons that none of us could have predicted even a few months ago, and have recently imposed an 80-item limit for online orders. One part of their in-store infrastructure that is perhaps not quite as busy as usual at present is the 'ten items or less' checkout. "Or less" as opposed to "or fewer" being the subject of endless grammatical debate. Yes, for this month's blog, we'll briefly hover on the pandemic but quickly segue into the bread-and-butter of the English language and its pitfalls. Bright and breezy rather than despondent and downhearted. We'll give a quick update on how the situation is affecting us at the end, but, just as with Brexit, it's essentially business - if not life - as usual at LingServe.

So, on with the blog: I (Richard) recently corrected myself when talking to my young son. The exact wording escapes me now, but - given his age - it was probably something like: "Please throw less pieces of food on the floor ... oh, I mean, fewer pieces!" My natural inclination was to say "less", and of course, "less" would be universally understood. And, bonus, it uses one less (or one fewer?) syllable than "fewer". But as we all know, "fewer" is technically correct. And talking of being corrected, "less" to "fewer" was one aspect of my work that I remember being changed relatively often in my early days at the company. Fifteen years or so later, I'm so highly attuned to it that I can spot a fewer/less mistake a mile off!

Here's a reminder of the basic rule, which boils down to whether you're talking about countable or non-countable nouns:

Prescriptive grammar dictates that "fewer" should be used instead of "less" with nouns for countable objects and concepts. "Less" should be used only with a grammatically singular or non-countable noun.

So, "I have fewer slices of cake than my sister" but "I have less money than my sister".

The phrase "grammatically singular" is key here. Money, for example, is by definition countable but is regarded (or counts!) as an uncountable noun. "Fewer money" is impermissible even colloquially. And it doesn't even work if you specify further: Try "Everything in this store costs £10 or fewer" for size. It's a similar case for distances: See: "The pub was fewer than 5 miles from here". Because 1, 2, 3 and 4 miles away are not the only options, it could be any fraction of either of them, you have to use "less". One of the quirks of the rule is that if you can break down a countable item into its constituent parts, you need to use "less" rather than "fewer". And interestingly, there is no "fewer" equivalent if you're going in the opposite direction. My sister has more slices of cake than me and, irritatingly, she has more money than me too!

Maintaining this balancing act between prescriptive and descriptive grammar is something that all writers have to grapple with. But resisting our natural urge to streamline and make our language more efficient is sometimes something that we just have to do. Perhaps the supermarkets could have just said "Maximum 10 items" to quash the debate at the outset ...

pedants revolt2.png

Coronavirus:
We have no insight or helpful commentary to add, and are just following government guidelines and doing our best to ensure that everyone stays safe. As it says in our German email signature right now:

Das Coronavirus hat uns zwar aus dem Büro verbannt, doch dank Home Office sind wir weiter in gewohnter Weise und ohne Einschränkungen für Sie da.

Oh and the answer to the question in the title? Well, it probably depends on how many things you had to worry about in the first place. Two or more than two? It's a pedant's world out there, people! And, no, using the correct grammar did not deter the food throwing ...

 

Re-wording your translations (29.05.2019)

This month, we return with a short addition to our series of posts about words that require a degree of mental gymnastics on the part of the translator working from German to English. Usually, we offer up a variety of different translation solutions – free, close, omission: you name it, we do it – but in this instance we’re focusing on just one approach. Essentially, it involves rendering the German adverb wieder using an appropriate English word beginning with 're' – usually a verb but sometimes a noun. The method works because it is more common in English than in German for the thrust of the sentence to be conveyed via the verb. German tends to prefer noun-verb combinations, with the noun doing the heavy lifting for a more functional verb. The technique of transforming wieder into a 're' -word is so useful, elegant and easily remembered that we felt it just had to be shared. So without further ado, here are some examples:

Im vierten Quartal sind wir für Unternehmensanleihen wieder optimistischer geworden, sodass diese aufgestockt wurden.
In the fourth quarter, our faith in corporate bonds was restored and we therefore increased our exposure.

Intensive Gespräche wurden geführt, um zukünftig wieder eine stabile Belieferung von Ersatzteilen sicherzustellen
Intensive talks were held to ensure the resumption of a stable supply of spare parts

Ohne weitere Vereinbarungen würde Großbritannien nach Austritt im Herbst 2019 auf den Status eines Drittlandes zurückfallen, was zu einer Wiedereinführung von Zöllen auf den Warenaustausch führen könnte.
Should no further agreement be reached before the exit in autumn 2019, the UK would revert to the status of a ‘third country’, potentially leading to the reimposition of customs duties on goods traded between the UK and the EU.

[In this instance, the wieder adverb is assimilated into a noun in the German, and is rendered using a noun in English]

Der Aufsichtsrat diskutierte über Anpassungen der Vorstandsvergütung und beschloss, dieses Thema im Jahr 2018 wieder aufzunehmen
The Supervisory Board discussed changes to the remuneration for the Managing Board and agreed to revisit the subject in 2018.

Die Trockenrasen können nur durch regelmäßige Beweidung erhalten bleiben, da sich die Hänge sonst wieder bewalden würden.
The dry grassland can be preserved only through regular grazing, otherwise the forest would reclaim the slopes.

Im weiteren Verlauf des Monats konnten die Verluste wieder nahezu vollständig aufgeholt werden.
As the month went on, the losses were almost completely recovered.

Parallel nahmen die Delegationen die Gespräche wieder auf.
Meanwhile, the delegations resumed talks.

There are, of course, many different ways to skin a cat in translation and many different ways of rendering the meaning of the German word wieder in English. However, we believe that this technique is an invaluable aid in the toolkit of any German to English translator and will perhaps give you pause for thought before immediately reaching for the obvious ‘again’ translation.

Little word, big meaning (22.03.2019)

This month, in lieu of our Brexit update blog*, we return with the latest in our series of posts about words that present headaches (or should we say challenges!) to the translator working from German to English. As usual, we include some anonymised examples of how we have dealt with the word creatively in our past translations.

The subject of this post is the seemingly innocuous word auch. But how can four little letters cause so many problems? The uninitiated among you might say, that's easy - 'also'! (or maybe you'd suggest 'as well' or even 'too'). And you wouldn't be wrong, of course. In some contexts, those are perfectly valid translations for auch. But if you are really tuned into how Germans write, you'll be aware that auch is often used to imply a meaning that goes far beyond what can be conveyed by the standard equivalent English terms.

So far, so vague. So let's now introduce some examples that demonstrate the kind of problems that auch can pose and how we have solved them. We kick off with something topical and fairly straightforward. Here, the auch simply serves the role of an emphasising word, which in English we render using 'actually'.

An die geopolitischen Unsicherheiten - Handelskonflikte, Italien, Brexit - haben sich die Märkte inzwischen gewöhnt, zudem lässt dort der Druck jüngst auch etwas nach.
The markets have now got used to the geopolitical uncertainties - trade disputes, Italy, Brexit - and these pressures have actually eased a little recently.

In the sentence below, the use of auch conveys the notion that the information is being provided to multiple parties, not just the one mentioned. Try substituting our 'among those' for 'also' or 'too' while retaining the same meaning – it simply doesn't work.

Im Rahmen einer quartalsweisen Berichterstattung wird auch der Verwaltungsrat umfassend über die Risikolage der Bank informiert.
At the quarterly reporting sessions, members of the Board of Directors are among those who are given comprehensive information on the risk position of the bank.

In the following sentence, a verb is used to express the idea of auch:

Aktien der deutschen Autobauer gerieten unter Druck, nachdem die US-Administration drohte, auch Zölle auf Produkte aus der Europäischen Union zu erheben.
Shares in German carmakers came under pressure after the US threatened to extend its import tariffs to products from the European Union.

Below, auch conveys a similar meaning to wieder, which allows us to use a verb beginning with 're-' to neatly express the aspect of something being repeated:

Außerdem wird unser Unternehmen auch dieses Jahr die internationale Leitmesse in München sponsern.
This year, our company will be reprising its role as sponsor of the international flagship trade fair in Munich.

In this example, where a quote from Company A that follows an equally positive quote from Company B (not featured here), we've had to pull down the name of Company A's representative and express the auch meaning in a verb in order to find a natural sounding translation:

„Die enge Zusammenarbeit zwischen unseren Unternehmen bietet beste Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum", ist auch Müller überzeugt.
Müller echoed Schmidt's sentiments, adding: "The close collaboration between our two companies will lay the foundations for sustainable growth."

In the example below, the obvious translation 'Restaurants are also embracing the sustainability trend' only works if it has previously been stated that other businesses are focusing on sustainability, which wasn't the case in this instance. So the translation of auch has to do double duty by introducing the notion itself, so as not to confuse the reader.

Der Trend zur Nachhaltigkeit ist auch in der Gastronomie-Szene spürbar.
Like many other businesses, restaurants are embracing the sustainability trend.

In the following German sentence, auch suggests that other factors were at play as well as the one that is explicitly mentioned. 'Partly' elegantly conveys this meaning. Substituting it for 'also' would render the English awkward and misleading.

Im zweiten Quartal erfuhren Unternehmensanleihen, auch aufgrund der starken Neuemissionstätigkeit, eine deutliche Verbilligung.
The price of corporate bonds dropped sharply in the second quarter, partly due to the high volume of new issues.

Below, using the close translation 'they also weakened in the fourth quarter' illustrates one of the dangers of unthinkingly rendering auch as 'also' - i.e. it adds a meaning that simply isn't present in the German. To do so here would suggest that the commodities weakened in quarters prior to the fourth quarter, which the German does not do. Instead, as the actual translation implies, the function of auch is to describe how the performance of commodities in the fourth quarter only matched that of the global markets.

Die Preise für Rohstoffe sind im vergangenen Jahr zwar insgesamt weiter gestiegen, jedoch kam es im vierten Quartal auch hier zu einer Abschwächung - ebenso wie bei der weltwirtschaftlichen Dynamik.
Although the prices of commodities rose again last year, they weakened in the fourth quarter in line with the global economic trend.

The meaning of auch often depends on whether it is being emphasised, which is obviously not always easy to ascertain in written texts. These auchs directly modify the components of the rest of the sentence and usually convey the meaning of 'even':

Unschuldsvermutung gilt auch für einen Milliardär
Even a billionaire is presumed innocent until proven guilty

Observe in the above sentence that the unemphasised auch draws attention to the emphasised word Milliardär. This type of auch is particularly common in German headings. Auch can also be used by writers or speakers as a means of hedging their bets, suggesting that there may be other unstated reasons that are perhaps more important than the ones they explicitly offer. As you can see, auch is another of those fiendish little German words that require the translator to really think, not only about the precise meaning being conveyed but also about how best to render that meaning in English!

*Yes, folks, we still don't know what's going to happen and we thought, until yesterday, that we had only one week to go!

A particular challenge (31.01.2019)

A recurring theme in our series of translation tips is that the obvious dictionary translation, or indeed any translation at all, is not always the best choice. When it comes to the German term insbesondere, the literal translation (particularly / in particular) is often the best solution - but by no means always. Like Entwicklung, which we discussed in a previous blog, the word insbesondere is used a lot more frequently by German authors than its direct counterparts are used in English. This in itself is an indication that a translator may need to be creative and think laterally when encountering the word in a German text.

The following examples, all taken from actual LingServe translations for our customers (anonymised in some cases), are intended to provide food for thought as well as ideas on how to tackle the translation of insbesondere in different contexts. If you have any other suggestions, do please share them with us.

Starting with a fairly straightforward example (no prizes for guessing the topical context from which this sentence was taken):

Sie betonte insbesondere, was sie nicht will: Eine Verschiebung des Austrittstermins sowie ein zweites Referendum.
She mainly emphasised what she did not want: postponement of the departure date and a second referendum.

A good approach for creating a more natural-sounding English construction is to translate insbesondere, where it qualifies a noun in the German, into an adverbial 'particularly' that qualifies the relevant adjective in English:

Insbesondere für den japanischen und weitere asiatische Wandelanleihemärkte sind die derzeitigen Bewertungen günstig.
The current pricing is particularly favourable for Japanese and other Asian convertible bond markets.

In the following example, we have used this approach and added an adjective to make it work:

Neben australischen RMBS konnten insbesondere noch Papier aus den Bereichen CMBS und niederländische RMBS emittiert werden.
Alongside Australian RMBSs, the CMBS and Dutch RMBS segments saw particularly strong issuing activity.

One of our favourite, but less obvious, translations is 'including, but not limited to', which is more usually applicable in legal and other very formal contexts.

Dem Dienstleister obliegt die Organisation der zu erbringenden Leistungen, insbesondere die Auswahl, Anzahl und Einteilung seines Personals.
The Service Provider is responsible for the organisation of the services to be provided, including, but not limited to, the selection, the number, and the allocation of its staff.

And of course, we mustn't forget our old favourite: omission. We are such a big fan of this approach, it's a wonder our translations contain any text at all :)

Insbesondere die Unsicherheit vor dem, was noch kommen könnte, sorgt für eine große Unsicherheit bei Unternehmern und Kapitalmarktteilnehmern und lässt sie sehr zurückhaltend agieren.
Uncertainty about what might lie ahead is unsettling companies and the markets, and they are acting very cautiously.

As with other words whose function within the sentence is reinforcement, sometimes the word order, or just the mere mention of the thing being referenced, is sufficient to fulfil the same function:

Insbesondere die Verhandlungen über den Brexit im britischen Unterhaus könnten zu einem Anstieg der Volatilität führen.
The upcoming debates about the Brexit deal in the House of Commons could lead to a rise in volatility.

Here are a few more examples featuring a variety of approaches:

Auch ist derzeit, insbesondere bedingt durch den gesunkenen Ölpreis, noch kein großer Inflationsdruck zu erkennen.
There are also still no signs of any significant inflationary pressure, primarily because of the weakening of the oil price.

Im November wurden neben einigen australischen Transaktionen insbesondere Prime-RMBS aus Irland und den Niederlanden platziert.
Alongside several Australian transactions, prime RMBSs from Ireland and the Netherlands took centre stage.

Dabei sind insbesondere die Nettoverschuldung zur Steuerung der Kapitalstruktur sowie die EBIT-Marge zu nennen, die neben dem ROCE als Vergütungskomponente und als Ziel im Rahmen der Strategie relevant ist.
The main indicators are net debt, which is used to manage the capital structure, and the EBIT margin, which together with ROCE is relevant as a component of remuneration and as a target in the strategy.

In the example above, the word 'indicators' has been added on the basis of context provided in the preceding text.

Das Geschäft blüht heute mehr denn je - was insbesondere am Boom der Discounter liegt, die ihre Waren nicht erst auspacken, sondern gleich mit Verpackung ins Regal stellen.
Today, business is flourishing more than ever before. This is due in no small part to the popularity of discount supermarkets, which do not unpack their products in their stores but instead simply place them on the shelves still in their packaging.

Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses gehört insbesondere die Befassung mit wirtschaftlichen Risiken der Geschäftstätigkeit.
The remit of the Audit Committee specifically includes looking into the financial risks arising from business activities.

Vis-à-wie? (02.11.2018)

This month, we are back with the second in our series of LingServe blogs about specific words or phrases that present challenges in German to English translation - our particular field of expertise - and strategies for dealing with these challenges. As before, we have included some illustrative translations that might give you ideas for your own work, plus explanations of our choices.

The subject of this post is the verb gegenüberstehen, and specifically its use in annual reports and other financial texts. Unlike Entwicklung, the focus of our previous blog, there isn't an obvious one-to-one English translation, save for the obviously too literal 'stand opposite'. We generally advise turning to Duden rather than a bilingual dictionary as a starting point for gaining a better understanding of a word's nuanced meanings. The key definition for our purposes here is (1. d.):

gegenüberstehen.jpg

Essentially, gegenüberstehen, in its metaphorical sense, conveys the idea of some kind of contrast between two opposing forces. But what's the best way of expressing that in English? As always, it's all about context. Here are some examples of strategies we have employed in the past. The extracts are taken from anonymised but real-life translations that we have produced for customers.

Strategy 1: Offset
'Offset' is a good choice if positive is being mitigated by negative (or vice-versa). Note the use in the following example of 'partly', which is informed by the wider context.

Diesen positiven Effekten standen im Berichtsquartal negative Sondereffekte in Höhe von 6,9 Mio. € gegenüber.

These positive items were partly offset by negative exceptional items of €6.9 million in the quarter under review.

Essentially we are saying that the negative effects did not entirely cancel out the positive effects. Of course, in some situations, the negative effects will fully cancel out the positive effects, in which case just 'offset' would be fine. One of the difficulties with the use of gegenüberstehen is that often neither the author nor the available context tells you which of the variables is greater, thus eliminating the word 'offset' as a possible translation. In English, the word 'offset' without any further qualification implies 'fully offset'.

Oxford Dictionaries, for example, defines offset in the verb sense as "Counteract (something) by having an equal and opposite force or effect."

Strategy 2: Contrast
Going back to our dictionary definition (1. d.) in Duden, the following translations get to the semantic heart of the German expression.

Einem Rückgang der Risikoaufschläge (-11 Basispunkte) stand ein Anstieg der Euro-Peripherie-Renditen gegenüber.

The narrowing of spreads by 11 basis points contrasted with a widening of spreads on bonds from the eurozone periphery.


Deutlichen Kursgewinnen in Europa standen negative Trends in Asien gegenüber.

Significant gains in Europe contrasted with negative trends in Asia.

Unlike some of the other examples, there is no suggestion in either of these of any sort of causal link between the two things being contrasted.

Strategy 3: While / whereas
There is of course always more than one way to skin a cat. Both 'while' and 'whereas' express the idea of contrast without the need to use the word itself.

Den positiven Effekten aus der Umstellung auf IFRS 15 stand ein deutlich gestiegenes Net Working Capital gegenüber.

Whereas the switch to IFRS 15 made a positive contribution, the significant increase in net working capital had a negative impact.

 

Den Investitionen standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 44,4 Mio. € sowie Wertminderungen von 3,3 Mio. € gegenüber.

Depreciation and amortisation amounted to €44.4 million while write-downs totalled €3.3 million.

Strategy 4: Omission
Ever the unsung hero of natural-sounding translation, omission can often be the best approach when simply shoehorning every word from the source text into the target language adds nothing to the meaning or message that is being conveyed.

Dem höheren Umsatzvolumen stand ein Anstieg der Umsatzkosten um lediglich 0,2 Prozent auf 1.232,3 Mio. € (Vorjahr: 1.208,1 Mio. €) gegenüber. Die Umsatzkosten entwickelten sich insgesamt unterproportional zum Umsatzwachstum, so dass die Bruttomarge mit 26,6 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres (26,1 Prozent) lag.

Revenue grew at a faster rate than the cost of sales, which saw only a modest rise of 0.2 per cent to €1,232.3 million (Q1 2017: €1,208.1 million). This resulted in the gross margin rising from 26.1 per cent in the first quarter of 2017 to 26.6 per cent.

This is a more complicated example, calling for a more creative approach. In our translation, we merge the information contained in the first two (truth be told slightly repetitive) German sentences to produce a natural-sounding translation that effectively conveys the message of the source text.

Aufnahmen an Schulden von 789,6 Mio. € standen Tilgungen in Höhe von - 621,1 Mio. € gegenüber.

Debt taken on during the period came to €789.6 million; repayments amounted to €621.1 million.

Repayment of debt is the obvious contrast to the taking on of debt itself, so here the relevant statements can simply be made without further linguistic adornment.

Strategy 5: Mitigate
When one side of the gegenüberstehen equation presents a factor that is lessened, but not completely negated, by a factor on the other side, 'mitigated' is a useful option. Unlike with 'offset' there is no need to qualify the verb here. 'Mitigated' already suggests 'partly'.

Seit April wieder verstärkte Primärmarkttätigkeiten, mittelfristig steigt daher die Gefahr eines Überangebotes. Langfristig stehen dem aber hohe Mittelzuflüsse gegenüber.

Primary market activity has been picking up again since April so there is an increasing risk of oversupply in the medium term. However, it will be mitigated by high inflows in the long term.

As you can see, gegenüberstehen requires translators to have a significant range of tools in their linguistic armoury. Our list is by no means exhaustive but it does illustrate the many different and effective ways of expressing the underlying meaning in English. If you have any other suggestions from your own work or documents, we'd love to hear about them.

Guten Appetit! (28.09.2018)

In allen europäischen Sprachen, mit denen wir hier bei LingServe mehr oder weniger vertraut sind, gibt es ein direktes Äquivalent zu dem deutschen Ausdruck „Guten Appetit" (bon appétit, прияAтного аппетита, buon appetito, usw.). Die einsame Ausnahme bilden, getreu dem Klischee, wir Briten und die englische Sprache.

Kürzlich wurde uns ein vom Kunden bereits teilweise selbst übersetzter Text zur Bearbeitung zugeschickt, in dem die Formulierung „Enjoy your meal" als Pendant zu „Guten Appetit" verwendet wurde. Die meisten gängigen Wörterbücher würden dem Übersetzer mit dieser Wiedergabe recht geben, und tatsächlich ist es keine schlechte Entsprechung. Insbesondere bei Texten aus dem Tourismusmarketing und dem kulinarischen Bereich, in denen diese Wendung regelmäßig auftaucht, lautet eine unserer meistverwendeten „Übersetzungen" jedoch: Guten Appetit! Dieser deutsche Ausdruck ist recht weitläufig bekannt und zählt zu den wenigen Phrasen, die ein englischer Otto-Normalverbraucher wohl ohne Ausbrüche von Angstschweiß im Urlaub auf dem Kontinent verwenden kann - vielleicht sogar mit der richtigen Aussprache! Der Vorteil bei der Verwendung von „Guten Appetit" in der englischen Übersetzung eines Texts über Deutschland besteht darin, dass der Ausdruck gleich auch etwas Lokalkolorit vermittelt. Bei einem Text, der die kulinarischen Vorzüge einer Region, eines bestimmten Restaurants oder eines besonderen Gerichts anpreisen soll, ist das natürlich ein erwünschter Effekt.

Wie wir unermüdlich betonen, hängt bei Übersetzungen im Allgemeinen und so auch in diesem Fall stets alles vom Kontext ab. Nach einigem Überlegen kamen wir zu dem Schluss, dass es im Englischen bei unserem Beispiel darauf ankommt, wer der Sprecher ist. Wenn der Kellner Ihnen Ihr Essen bringt, ist es gut möglich, dass er dies mit dem Wunsch „Enjoy your meal" tut. Die am Tisch versammelten Speisenden würden sich dies jedoch zu Beginn der Mahlzeit nicht gegenseitig wünschen. Falls es sich um eine Dinnerparty handelt oder zu einem besonderen Anlass gemeinsam gespeist wird, liegt der Fokus vermutlich auf den dazu servierten Getränken. Die Gäste würden dann vor dem Essen unter „Cheers"-Rufen miteinander anstoßen.

Aus kultureller Sicht erwarten es Menschen aus englischsprachigen Ländern nicht, dass ihre Tischgenossen ihnen eine angenehme Mahlzeit wünschen - mal abgesehen von dem bereits genannten Kellner-Beispiel. Eine Lösung für jede Lebenslage - für die Bedienung im Ecklokal oder im Sterne-Restaurant, für Dinnerparty-Gastgeber und für den heimischen Küchengebrauch - ist das gute, alte „Bon Appétit". Oder, nach anglophoner Façon: Bonn-app-a-tiet (Aussprachepedanten werden um Nachsicht gebeten). Dieser charmante französische Ausruf passt selbst dann, wenn die Familie sich einfach zu einem ganz normalen Abendessen zusammenfindet, zum Beispiel zum allwöchentlichen Spaghetti-Bolognese-Schmaus. Allerdings würde bei diesem ebenso simplen wie beliebten Klassiker der Alltagsküche, den wir Briten liebevoll „spag bol" getauft haben, ein saloppes „bon app" der Ironie der Sache wohl besser Rechnung tragen.

Weniger förmliche Alternativen wie „dig in", „tuck in", oder „let's eat" (vergleichbar mit „langt/schlagt zu") stehen dem Übersetzer in ausreichender Fülle zur Verfügung, doch sie eignen sich in aller Regel nur zum Gebrauch in der gesprochenen Sprache in umgangssprachlichem Ton. Zu guter Letzt bleibt noch eine überraschend selten genutzte Übersetzungsstrategie, die Sie in keinem Wörterbuch finden werden: die Auslassung. Wenn sich eine Übersetzung selbst mit dem Schuhanzieher nicht in den Text zwängen lässt, ohne dass das Endprodukt seltsam und unnatürlich klingt, kann man einen Ausdruck wie „Guten Appetit", der im Text eher eine ausschmückende Rolle spielt, getrost mal unter den Tisch fallen lassen.

Übersetzungen sind wie Autos... (02.08.2018)

Was klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes, soll in unserem folgenden kleinen „Gleichnis" die Tücken bei der Auswahl eines Dienstleisters veranschaulichen.

Stellen Sie sich vor, Sie haben kürzlich einen funkelnagelneuen BMW gekauft und sind nun auf der Suche nach einer Werkstatt, die Ihren kostbaren Flitzer einwandfrei in Schuss halten soll. Sie wollen sicher gehen, dass Sie die richtige Wahl treffen und sehen sich deshalb die Websites von zwei nahegelegenen Werkstätten einmal genauer an:

Werkstatt 1: Auf seiner Website verkündet dieses Unternehmen, dass es auf einen Pool von 2.000 freiberuflichen Kfz-Mechanikern zurückgreifen kann und daher Servicearbeiten und Reparaturen für alle Hersteller und Fahrzeugmodelle durchführen kann. Das Unternehmen bietet einen Rund-um-die-Uhr-Service und macht Ihr Auto im Handumdrehen wieder fit für den Verkehr. Außerdem werden bei dieser Werkstatt alle Werkzeuge und Ersatzteile aus China geordert. Der Vorteil für Sie: unschlagbar günstige Preise.

Werkstatt 2: Dieses Unternehmen stellt auf seiner Website sein kleines, hochqualifiziertes Mechanikerteam vor. Die Werkstatt ist ausschließlich auf Fahrzeuge von BMW spezialisiert. Die Mitarbeiter sind mit den Besonderheiten des Herstellers bestens vertraut und verwenden stets Original-Ersatzteile. Die Fahrzeuge ihrer Stammkunden kennen die Mechaniker wie ihre Westentasche und die Werkstatt legt Wert darauf, einen hochwertigen Rundumservice zu bieten. Wenn Sie Ihren Wagen für eine bestimmte Reparatur abgeben, wird er zusätzlich kostenlos durchgecheckt. Die Werkstatt informiert Sie dann, falls etwas nicht in Ordnung ist. Aufgrund des kleinen Teams kann es ab und zu vorkommen, dass nicht sofort ein Mechaniker verfügbar ist, wenn Sie Ihr Auto vorbeibringen. Aber wenn es wirklich eilt, tut die Werkstatt stets ihr Möglichstes, um ihre Kunden nicht im Stich zu lassen.

Wir wollen es mit dieser kleinen Auto-Analogie nicht zu weit treiben, aber unter dem Strich lässt sich Folgendes festhalten: Wenn Sie eine alte Rostlaube fahren, die nicht viel Wert ist und Ihnen nicht besonders am Herzen liegt, dann sind die Dienste von Werkstatt 1 für Sie vermutlich völlig ausreichend. Aber wenn Ihr Wagen wichtig für Ihr Geschäft ist und Sie ihn in Händen wissen möchten, die keine Mühe scheuen und auf Qualitätsarbeit und eine persönliche Kundenbeziehung setzen statt auf schnelles Geld, dann sollten Sie sich besser für LingServe ... Verzeihung ... für „Werkstatt 2" entscheiden.

Get thee to a punnery! (04.05.2018)

We love a good pun at LingServe and derive tremendous job satisfaction from playing with words and language in our translations. Sometimes we just can't help ourselves:

Steve: Do you think giddy-up is appropriate as a heading for an equestrian event (i.e. showjumping and the like)?

Richard: Neigh. I think it would mainly be used for horseracing. It wouldn't quite be right, especially for the mane event.

Steve: OK, rein it in now (and thanks!)

Richard: I can't stop. I just keep trotting them out!

Of course, we generally reserve such jesting for internal communications - a light-hearted way, perhaps, to help us get through annual report season with its bias towards the drier legal and financial texts.

But while wordplay has its place, we have to exercise extreme caution when punning in translations, and indeed when translating puns. Wordplay is commonly used in contemporary German copywriting but sometimes it can be more than a little strained. See (or should it be 'sea'?) the example below promoting lakeside holidays. It's like a less good version of Meer erleben (i.e. mehr erleben), which we've encountered many times before in coastal contexts.

lslecker.JPG

I suppose what it boils down to is that if you have to point out the pun, like if you have to explain a joke, that's when it ceases to be effective, or funny. The heading also employs the very German technique of adding brackets around a word or part of a word to indicate that the use of the word or letter(s) in the pun is optional.

Of course, Germans can pun very successfully. The good people at Lidl do so beautifully thanks to the near homophones 'Lidl' and 'little'. 'Lidl surprises' and other 'little'/'Lidl' puns feature heavily in its advertising. However, it took some time before the company actually began utilising this rather obvious wordplay after arriving in the UK. But as you can see from their Facebook feed, they've clearly developed a taste for the kind of witticisms that wouldn't look out of place on a greetings card:

say you'll be wine.jpg

And another that is perhaps not quite a pun but is certainly in the wordplay arena nearly had me clapping at the television when I heard it. 'We cross the T, dot the I and put U in between.' (holiday company TUI). Ignoring the fact that there's no dot on top of a capital I (as pedants as well as punners, that's hard for us to do) it's very much Hut ab for that effort. Carry on punning everyone!

Übersetzungsdienste optimal nutzen (29.03.2018)

Dass man andere Menschen am wirksamsten erreicht, wenn man mit ihnen in ihrer Muttersprache kommuniziert, ist keine neue Erkenntnis, und eine effektive Verständigung mit internationalen Partnern ist heutzutage gerade in der Geschäftswelt unerlässlich.

Häufig ist jedoch mehr als nur eine schlichte Übersetzung von Dokumenten in die jeweilige Fremdsprache erforderlich. Es bedarf einer tiefer gehenden Überarbeitung, welche die Inhalte an die Kultur des Adressatenkreises und ggf. sogar an die Gesetzeslage des Ziellandes anpasst. Stellen Sie sich daher zunächst die Frage, ob eine Übersetzung wirklich die Dienstleistung ist, die Sie benötigen. Es empfiehlt sich zum Beispiel nicht unbedingt, einen deutschen Arbeitsvertrag einfach zur Verwendung in einer ausländischen Niederlassung in die jeweilige Landessprache zu übersetzen. Bestimmte Regelungen nach deutschem Recht könnten dem geltenden Landesrecht widersprechen, während besondere Rechtsvorschriften des Ziellandes mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht berücksichtigt werden. In einem solchen Fall benötigen Sie vermutlich eher die Dienste eines einheimischen Arbeitsrechtsexperten als die eines Übersetzers.

Ein weiterer klassischer Fall sind Marketinginhalte. Fast jeder kennt wohl einige einschlägige Werbekampagnen, die außerhalb des Heimatmarktes nach hinten losgingen, da der Marken- oder Produktname in einer anderen Sprache eine völlig andere, mitunter anstößige Bedeutung hatte. Stellvertretend sei hier der Rolls-Royce Silver Mist als Beispiel für einen solchen Fehlgriff bei der Einführung in den deutschen Markt erwähnt. Doch oft sind die Stolperfallen bei der Übersetzung von Marketinginhalten weniger offensichtlich. In der Ausgangssprache hat der Werbetexter seine Worte mit Bedacht gewählt und sorgsam auf einen guten Sprachfluss geachtet. Dieser Feinschliff geht bei einer Eins-zu-eins-Übersetzung (also nicht nach LingServe Art) unweigerlich in gewissem Maße verloren. Wortspiele und kulturspezifische Anspielungen sind oft nicht direkt übersetzbar, da sie in der Zielsprache nicht dieselbe Wirkung erzielen bzw. nicht die gewünschte Assoziation hervorrufen würden. Kürzlich haben wir beispielsweise an einem Text gearbeitet, in dem die Vorzüge des Standorts Stuttgart angepriesen wurden, und der sich wohl ursprünglich an einen deutschen Adressatenkreis richten sollte: „Wer denkt bei Stuttgart nicht gleich an renommierte Automarken wie Mercedes-Benz und Porsche?", hieß es darin. Hier müssten 99% des internationalen Leserkreises wohl bekennend die Hand heben. In unserer Übersetzung verwandelten wir diese Frage daher in eine informative Aussage. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Frage stattdessen mit „Did you know..." einzuleiten.

Eine Übersetzung ist natürlich kostengünstiger als die Beauftragung eines Juristen oder Werbetexters aus dem Zielland zur Erstellung eines neuen Originaltextes (dies wird in der Branche als „Transkreation" bezeichnet). Und die meisten Dokumente fallen wohl in eine Grauzone, in der sich nicht unbestreitbar sagen lässt, ob nun eine Neuverfassung in der Zielsprache durch eine Fachperson oder eine Übersetzung die sinnvollere Wahl wäre.

Wenn Sie sich dazu entschließen, ein neues Originaldokument verfassen zu lassen, sollten Sie Ihrem Auftrag umfassende Anweisungen beifügen und ggf. Ihre originalsprachlichen Dokumente als Referenzmaterial zur Verfügung stellen. Eine Übersetzung kann in diesem Fall auch als nützliches Hilfsmittel dienen.

Wenn Sie Ihr Dokument lieber übersetzen lassen möchten, sollten Sie dem Übersetzungsdienstleister möglichst umfassende Hintergrundinformationen zu Ihrem Auftrag bereitstellen. Falls Sie hauseigene Glossare mit Fachbegriffen oder bevorzugter Terminologie verwenden oder hilfreiche Referenzdokumente besitzen, ist es sinnvoll, diese zur Verfügung zu stellen. Abkürzungsverzeichnisse sind bei der Übersetzung ebenfalls äußerst nützlich. Falls Ihnen ein guter Schreibstil wichtiger ist als absolute Treue gegenüber dem Originalwortlaut, betonen Sie bei der Beauftragung Ihres Übersetzungsdienstleisters, dass Sie eine „freie" Übersetzung wünschen. Eine gute Übersetzungsfirma beschäftigt ÜbersetzerInnen, die Muttersprachler ihrer jeweiligen Zielsprache sind und sowohl mit den Besonderheiten der Zielkultur als auch mit dem Thema des Dokumentes vertraut sind.

Falls Sie ein Dokument erstellen, von dem Sie wissen, dass es anschließend zur Verwendung in anderen Ländern übersetzt werden soll, sollten Sie umgangssprachliche und kulturspezifische Formulierungen vermeiden, da diese schwierig zu übersetzen sind und für Leser in der Fremdsprache nicht die gleiche Bedeutungskraft entfalten. Vermeiden Sie nach Möglichkeit auch Unternehmensjargon und nicht allgemein gängige Abkürzungen. Je enger Sie mit Ihrem Übersetzungsdienstleister zusammenarbeiten, desto besser wird das Endprodukt sein. Ein Übersetzer, der sich mit durchdachten Rückfragen an Sie wendet, ist weder ineffizient noch unqualifiziert, sondern schlicht ein gewissenhafter und qualitätsbewusster Dienstleister.

Development in defiance of dictionary definition! (02.03.2018)

After a month’s break due to the initial burst of activity in our busy annual reports season, we are returning with the first in a series of LingServe blogs about specific words or phrases that can be particularly challenging or require creative solutions without resorting to the obvious translation. We’ll be including illustrative translations that might give you ideas for your own translations as well as some explanation of why we translate in the way that we do.

The subject of this post is the ubiquitous Entwicklung, much loved by writers of German business texts everywhere. Well that’s easy, you might say: ‘development’, right? Well, sometimes. But as we’ll see in the following anonymised examples from our work, avoiding any direct translation (including the ostensibly freer ‘trend’) usually results in a more elegant end result in English. So without further ado …

The following example is a heading. Here, simply omitting any translation whatsoever of Entwicklung, and inserting the relevant time frame, provides a neat and perhaps not immediately obvious solution:

Immoblienmarktentwicklung
The real estate market in 2017

NB: ‘Developments in the real-estate market’ (and it has to be plural ’developments’) would also work if this were a narrative talking about things that have happened in the real-estate market, but not for a chart showing, for example, the number of house sales in a year. As ever, context is all-important in determining the optimum translation.

Another couple of headings adopting the omission approach:

Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Revenue and earnings

Entwicklung des Leasinggeschäfts
Leasing business

In the first instance above, adding ‘development’ would be simply inelegant. But in the second – assuming it is tacked on the end – it would be downright misleading as the phrase ‘business development’ is the equivalent of Akquisition in German.

For the following translation, we asked ourselves (after first drawing on the context) what message the German sentence was attempting to convey. Note the introduction of ‘market’ in the translation to tell the reader what is the object of the ‘impression’.

Im Januar stach vor allem die Entwicklung der Staatsanleihen deutlich heraus.
Government bonds made a particularly strong impression on the market in January.

For an example of the above that includes ‘development’, let’s turn to Google Translate, which gives us the dry and rather unidiomatic ‘In January, the development of government bonds was the main factor’.

Next, we place the focus on market again, and we let ‘growth’ cover positive Entwicklung, seeing as they both mean more or less the same thing.

Trotz dieser Effekte zeigte sich eine positive Entwicklung in der Bildschirmtechnik mit einem solidem zweistelligem prozentualen Wachstum.
Despite these effects, the monitor market achieved healthy double-digit percentage growth.

Here, we’ve given full rein to our creativity, using an idiom (‘strong run’) to render Entwicklung in English:

Verkauft wurden einige Wertpapiere, die aus unserer Sicht nach guter Entwicklung zu teuer geworden waren.
We sold certain investments that we believe had become too expensive after a strong run.

Another free solution, this time employing the verb ‘affected’. The word ‘plans’ comes from the wider context.

Verantwortlich für diese Entwicklung waren Spekulationen um die Nachfolge von CEO Markus Scheffler.
The plans had been affected by speculation about who will succeed CEO Markus Scheffler.

The following examples take their cue from the surrounding words (Rückgang and positiv respectively) to determine the direction of the Entwicklung, in both cases essentially conflating the two ideas.

Hinsichtlich der Kursentwicklung erwarten wir kurz- bis mittelfristig einen weiteren Rückgang.
We expect prices to decline further in the short to medium term.

Wir erwarten für die nächsten Wochen eine positive Marktentwicklung.
We expect the market to rise over the coming weeks.

‘Change(s)’ is often closer to the actual meaning of Entwicklung in German than our English word ‘development’. For example:

Umsatz deutlich unter Vorjahr wegen Zinsentwicklung
Revenue falls well short of prior-year level due to changes in interest rates

The above is essentially a form of paraphrasing, which can be a very helpful tactic to employ with tricky words such as Entwicklung. Here is a similar example:

Die aktuelle Entwicklung in den Schwellenländern...          What is currently happening in the emerging markets...

Often asking yourself (or the customer directly) what the source text is trying to say will lead you to the most appropriate solution:

Bei Xcom sind Arbeitsanweisungen für die Entwicklung der Praktika bereits implementiert.
At Xcom, procedures are in place for the structuring of internships.

In the example above, we actually received a revised text from the customer – before they had received our translation – in which Entwicklung had been replaced by Strukturierung. It’s always nice when our freer translations (‘structuring’ really is quite a semantic leap from Entwicklung) are corroborated in this way. It happens more often than you might think.

Finally, we’re always partial to a good football cliché!

Im November verlief die Entwicklung am europäischen Unternehmensanleihemarkt zweigeteilt.
November was a month of two halves in the European corporate-bond market.

So as you can see, as is often the case with translation, there is a multitude of options and no one right or wrong answer. Stay tuned for further developments …

LingServe geht den Bach runter (01.12.2017)

In einer Übersetzung für die Tourismusbranche, mit der wir kürzlich beauftragt wurden, spielte ein Gewässer mit dem Namen „Reichenbach" eine recht wichtige Rolle als Sehenswürdigkeit und Orientierungshilfe für Wandertouristen. Beim Klang dieses Namens denken viele von uns zunächst einmal an den berühmten Reichenbachfall im Berner Oberland. Dessen weniger bekannter Namensvetter in unserem Text windet sich jedoch durch das Stuttgarter Umland. Und hier ist er in all seiner „Pracht":

Reichenbach.jpg

Ein deutscher Leser benötigt dank der Endsilbe „-bach" keine weitere Beschreibung, um sich unter dem Reichenbach etwas vorstellen zu können. Doch für die englischsprachige Leserschaft bestand hier etwas mehr Erläuterungsbedarf. Üblicherweise lösen wir dieses Problem, indem wir ein beschreibendes Substantiv vor oder hinter den Eigennamen stellen, wie in den folgenden Beispielen:

„Here on the banks of the Weser river, the vision of urban living at its finest has become reality."

„This hip restaurant on the bank of the river Main enjoys views of the palace."

Doch in diesen Beispielen handelt es sich definitiv um große und bekannte Flüsse. Es stellte sich also bei der Übersetzung nun die Frage: Kann man einen so kleinen Wasserlauf auch als „river" bezeichnen? Und wenn nicht, was wäre die Alternative? In einigen Abschnitten ist der Reichenbach relativ breit und tief, in anderen (wie auf dem Bild zu sehen) jedoch - bei aller Naturschönheit - kaum mehr als ein Rinnsal. Der Reichenbach ist bedeutend genug, um auf Google Maps gezeigt zu werden, elf Mühlen anzutreiben und einem ganzen Tal seinen Namen zu verleihen, aber scheinbar nicht so bedeutend, dass er jemanden dazu inspiriert hätte, einen Wikipedia-Eintrag über ihn zu verfassen. Unter den Gewässern im Umland unseres Geschäftssitzes in Aldershot lässt er sich am ehesten mit dem Tillingbourne in den Surrey Hills vergleichen, und dieser wird - zumindest landläufig - als „river" bezeichnet. Die kleinere Alternative zu „river" wäre „stream" - würde das vielleicht passen? Wir betrachteten weitere Beispiele und fanden in einem anderen Originaltext den folgenden Absatz:

„The Mississippi River is such a different creature here in Minnesota than down in Louisiana. In the northern forests, the river is still pure. Children laugh as they leap over the Mississippi in Itasca State Park, where the river is barely more than a stream."

Wie man in diesem Auszug sieht, können selbst die mächtigsten Flüsse unserer Erde unter gewissen Umständen auch schon mal ein Bach sein. Doch der Mississippi wird hier lediglich mit einem „stream", also einem Bach, verglichen. Setzt man den Namen „Mississippi" direkt vor das Wort „stream", so scheint das zwar keine dramatische Veränderung zu sein, doch der Effekt ist äußerst seltsam:

„Children laugh as they leap over the Mississippi stream in Itasca State Park."

Diese Formulierung erweckt den Eindruck, dass der Autor entweder nicht weiß, dass der Mississippi ein berühmter Fluss ist, oder dass es sich vielleicht um einen anderen als den allseits bekannten Mississippi handelt.

Somit kamen wir letztlich zu dem Schluss, dass wenn ein Gewässer bedeutend genug ist, um einen eigenen Namen zu tragen, es im Englischen nicht mehr sinnvoll als „stream" bezeichnet werden kann - zumindest nicht in direktem Verbund mit dem Eigennamen. In unserem Team konnte zu diesem Grundprinzip niemand mit einem Gegenbeispiel aus Großbritannien oder einem anderen Teil der englischsprachigen Welt aufwarten, und somit beschlossen wir, den Reichenbach trotz seiner streckenweise geringen Breite in Verbindung mit seinem Eigennamen als „river" zu bezeichnen.

Um den bis dato uneingeweihten englischsprachigen Leser über Art und Wesen des „Reichenbachs" aufzuklären, könnten wir also zum Beispiel wie folgt formulieren:

„In the 1920s, the Reichenbach river was powering eleven watermills, and over the centuries there have been up to thirteen mills in the valley, though not all operating at the same time."

Fazit:

Der Begriff „stream" bezeichnet allgemein einen kleinen Fluss oder schmalen Flussabschnitt. Er dient grundsätzlich eher der Beschreibung eines Gewässers und wird nicht in Verbindung mit einem Eigennamen verwendet. Eine klare und einheitliche Klassifizierung dafür, was ein „river" oder ein „stream" ist, scheint es nicht zu geben, doch es wird allgemein davon ausgegangen, dass ein „river" größer/breiter ist als ein „stream". Wem diese Unterscheidung nicht genügt, dem können wir lediglich eine humorvolle Daumenregel anbieten, die uns bei unseren Recherchen unterkam:

„You can step over a brook, jump over a creek, wade across a stream, and swim across a river ..."

Betont verschieden – verschieden betont (27.10.2017)

Eine der ersten Lektionen beim Erlernen der deutschen Sprache besagt, dass Substantive immer mit einem Großbuchstaben beginnen. Im Englischen hingegen beginnen wir Worte nur dann mit einem Großbuchstaben, wenn sie am Satzanfang stehen oder es sich bei dem betreffenden Wort (oder der Wortgruppe) um einen Eigennamen handelt, also zum Beispiel um den Namen einer Person, einer Organisation oder eines Ortes. Außerdem gibt es einige Neologismen, die als namensähnlich betrachtet und daher großgeschrieben werden. Solche Neuschöpfungen etablieren sich jedoch oft recht schnell als „normale" Bestandteile der Sprache und werden dann der allgemeinen englischen Rechtschreibung entsprechend kleingeschrieben. Vor nicht allzu langer Zeit wurden zum Beispiel die Worte „Web" und „Website" von vielen Journalisten im Englischen noch großgeschrieben, bevor man mit zunehmender Gewöhnung allgemein zur Kleinschreibung überging. Aktuelle, noch großgeschriebene Beispiele sind „Big Data" und „Internet of Things" (das Internet der Dinge). Debatten darum, ob das Wort „Internet" im Englischen groß- oder kleinzuschreiben sei, wurden noch in dieses Jahrzehnt hinein leidenschaftlich geführt, bis letztlich selbst die New York Times, eine der letzten Bastionen des „Großschreiberlagers" ihren Widerstand aufgab und zur Verwendung der kleingeschriebenen Variante überging. Damit akzeptierte auch das US-amerikanische Traditionsblatt das Wort als festen Bestandteil der englischen Sprache. Die Unterschiede im Gebrauch von Großbuchstaben in der deutschen und englischen Sprache müssen auch bei der Übersetzung bedacht werden, wie wir nachfolgend sehen werden.

Der Umstand, dass Substantive im Deutschen üblicherweise großgeschrieben werden, erklärt auch, warum sich unter deutschen Firmen zunehmend ein Trend hin zu kleingeschriebenen Firmennamen abzeichnet: Die Marke soll im Satzgefüge auffallen. Eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist die Automarke smart. Doch im Englischen kann die Wahl eines derart gängigen Wortes als Markenname (und noch dazu mit kleinem Anfangsbuchstaben) zu Verwirrung führen. Der Unterschied zwischen einem Auto, das „smart" ist (also über jede Menge Hightech-Ausstattung und Schnittstellen zu W-LAN, Bluetooth & Co. verfügt), und einem City-Flitzer aus dem Hause Mercedes-Benz ist hier nun schwierig darzustellen. Meistens schafft der Kontext Klarheit, aber leider nicht immer. Der betreffende Satz muss oft in einer ganz bestimmten Weise formuliert werden, um Mehrdeutigkeit zu vermeiden, und wer erwägt, den Markennamen „smart" an den Satzanfang zu stellen, spielt mit der Büchse der Pandora.

Ein weiterer Unterschied, mit dem Übersetzer regelmäßig konfrontiert werden, besteht darin, dass deutsche Ausgangstexte gern und häufig von doppelten Anführungszeichen Gebrauch machen, um bestimmte Wörter oder Phrasen hervorzuheben. Diese Gepflogenheit erklärt sich, wenn man bedenkt, dass die im Englischen bevorzugte Methode zur Hervorhebung - die Verwendung eines Großbuchstabens - im Deutschen durch die allgemeine Großschreibung von Substantiven nicht zur Verfügung steht. In der englischen Sprache verwenden wir doppelte Anführungszeichen in der Regel nur zur Kennzeichnung von direkter Rede, während für alle sonstigen Zwecke einfache Anführungszeichen ausreichen. Viele im Deutschen verwendete Anführungszeichen können wir jedoch bei der Übersetzung in das Englische auch einfach weglassen und stattdessen das entsprechende Wort bzw. die Wortgruppe großschreiben, um zu verdeutlichen, dass es sich um einen Eigennamen handelt. Um das Ganze noch komplizierter zu machen, werden Anführungszeichen im Deutschen auch gern verwendet, um englische Wörter im deutschen Text hervorzuheben. Im Zieltext muss ein englisches Wort natürlich nicht hervorgehoben werden, doch genau solche Details entgehen leicht der Aufmerksamkeit und ehe man sichs versieht, haben sich die „Gänsefüßchen" in die Übersetzung eingeschlichen und sorgen dort für eine völlig unbeabsichtigte Bedeutungsverschiebung.

Wie können wir also im Englischen Hervorhebungen kenntlich machen? Unsere geistigen Mitstreiter, die Verfasser der „Daily Writing Tips", bieten uns sieben verschiedene Hervorhebungsmethoden an, von denen wir als Übersetzer allerdings meist nur die Kursivschrift umsetzen können. Doch selbst wenn wir dieses Werkzeug nutzen, kommt es nicht selten vor, dass unsere sorgfältig gesetzten Formatierungen anschließend beim Schriftsatz oder der Konvertierung in Online-Formate in der Versenkung verschwinden.

Der bereits erwähnte Artikel der New York Times erläutert weiter, dass die Redaktion auch Akronyme wie „Nascar" mit einem großen Anfangs-buchstaben und dann in Kleinbuchstaben schreibt, anstatt gänzlich in Großbuchstaben, wie man vielleicht erwarten würde:

„Wir verwenden für Akronyme mit mehr als vier Buchstaben - wie zum Beispiel Nascar oder Unicef - nie ausschließlich Großbuchstaben. Damit möchten wir eine ablenkende Wirkung vermeiden. Wir sind der Ansicht, dass lange Aneinanderreihungen von Großbuchstaben eher klobig aussehen und das Textbild zu sehr dominieren, insbesondere in Überschriften."

Einige deutsche Unternehmen schreiben ihre Firmennamen ganz in Großbuchstaben, um die Marke herausstechen zu lassen. Doch zumindest im Englischen ist das Großschreiben ganzer Wörter, Phrasen oder gar Sätze meist kein Erfolgsrezept. Die Großschrift dient im Englischen entweder dazu, eine besonders lautstarke Äußerung eines Sprechers zu versinnbildlichen (dieser „Schreistil" lässt sich in Internetforen im Überfluss beobachten) oder um Hinweis- oder Beschilderungstexte zu kennzeichnen.

Unter dem Strich lässt sich daher festhalten: Hervorhebungsmittel wie Anführungzeichen und Großschrift sollten nicht unbedacht in der Übersetzung reproduziert werden. Stattdessen sollte man den Kontext, oder noch besser die hilfreiche Unterscheidung des Englischen zwischen der Schreibweise von normalen Substantiven und Eigennamen nutzen, um Betonungen korrekt und elegant darzustellen.

Wer falsche Freunde hat, braucht keine Feinde (28.07.2017)

Die deutsche und englische Sprache sind historisch eng miteinander verwandt, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die beiden Sprachen zahlreiche Wörter mit gemeinsamen etymologischen Wurzeln aufweisen. Zum Leidwesen derer, die sich um Fremdsprachenkenntnisse bemühen, garantiert die Ähnlichkeit der Form jedoch keineswegs eine ähnliche Bedeutung. Die Gefahr eines „falschen Freundes" lauert hinter jeder Ecke. Wenn wir den folgenden Satz in das Englische übersetzen möchten, stoßen wir auf zwei „echte Freunde" (kann = can, Bier = beer) und auf einen falschen Freund, der gutgläubige Nichtmuttersprachler in die Falle locken kann.

Kann ich ein Bier bekommen?

Das deutsche Wort bekommen entspricht seiner Bedeutung nach den englischen Verben to receive oder to get, nicht jedoch dem scheinbar äquivalenten Verb to become (z. Dt.: werden). Wer diese einladende Fehlerquelle nicht erkennt, erfährt womöglich erst aus der verwunderten Reaktion des Gegenübers, dass er oder sie nicht wie beabsichtigt ein frisches Glas Gerstensaft bestellt, sondern vielmehr den Wunsch nach einer recht unkonventionellen Persönlichkeitsumwandlung geäußert hat.

Konsequent ist ein weiteres deutsches Wort, zu dem die englische Sprache eine direkte Entsprechung zu bieten scheint, das aber de facto fast immer eine andere - häufig freie - Übersetzung erfordert. Wenn wir einen Blick auf den (keineswegs erschöpfenden) Eintrag zu diesem Wort in unserer internen Terminologiesammlung werfen, präsentiert sich ein ganzer Katalog verschiedener Übersetzungsmöglichkeiten:

TSkonsequent.JPG

Ein klarer Fall von „Qual der Wahl", und dabei sind dies nur einige der zahllosen Varianten, die wir über die Jahre zur Übersetzung dieses Wortes verwendet haben. Aber was genau bedeutet konsequent eigentlich? Wie verändert sich die Aussage eines Satzes durch dieses kleine Wörtchen? An dieser Stelle kann es nützlich sein, sich auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes zurück zu besinnen. Eine bewährte Anlaufstelle hierfür ist unser treuer Freund und Helfer – der Duden:

Duden konsequent.jpg

Nehmen wir uns zunächst einmal das gleichlautende englische Wort consequent vor. Die dritte im Duden aufgeführte Bedeutungsfacette ist eine sehr fachspezifische Verwendung und in diesem Kontext scheint eine 1:1-Übersetzung ins Englische als consequent tatsächlich korrekt zu sein. Ein konsequenter Fluss bzw. consequent river system ist ein Gewässer, dessen Flussrichtung direkt der Neigung bzw. Topographie der Landschaft folgt. Unsere Vermutung ist, dass in diesem Fall entweder der englische oder der deutsche Begriff eine einfache wörtliche Übersetzung des anderen ist und sich in diesem Sinnzusammenhang im Laufe der Zeit als Standardfachbegriff etabliert hat, ohne dass eine weitergehende Verbindung zu der landläufigen Bedeutung des Wortes besteht.

Abgesehen von dieser fachspezifischen Verwendung können wir consequent für Übersetzungszwecke jedoch verwerfen. Als semantisches Äquivalent zum deutschen konsequent ist dieses Wort schlicht und einfach unpassend. Wenn Sie einmal die Websites von Zeitungen wie dem Guardian oder der New York Times durchsuchen, wird Ihnen bereits ein flüchtiger Blick auf die Trefferliste zeigen, dass das englische consequent in aller Regel in der Bedeutung darauffolgend verwendet wird.

consequent site:www.guardian.co.uk
consequent site:www.nytimes.com

Dies passt eindeutig nicht zu den im Duden aufgeführten Definitionen. Consistent (z. Dt.: durchgängig, einheitlich, stimmig) und decisive (z. Dt.: entschlossen, bestimmt) sind dem Anschein nach die beliebtesten Übersetzungen und finden sich auch in unserer internen Terminologiesammlung wieder. Sich rein auf diese beiden Möglichkeiten zu beschränken würde jedoch in vielen Kontexten dazu führen, dass die Übersetzung letztlich farblos wirkt und dem vollen Bedeutungsumfang des Deutschen nicht gerecht wird.

Nachfolgend haben wir einige Beispiele zusammengestellt, die uns in Quelltexten und Übersetzungen in unserem Arbeitsalltag begegnet sind:

„konsequent" als Verbalphrase übersetzt:

Die Chinesen wollen den Umbau ihrer Wirtschaft hin zu einer konsumgetriebenen Volkswirtschaft konsequent vorantreiben.

The Chinese are looking to forge ahead with the transformation of their economy into a consumer-driven model.

[Forge ahead bedeutet vorantreiben/voranschreiten, wobei durch die Verwendung von „forging" (z. Dt.: schmieden) zusätzlich die Assoziation eisern hervorgerufen wird, was gut zu der Bedeutung von konsequent in diesem Beispiel passt.]

„konsequent" als zum Kontext passendes Adverb übersetzt:

Das Spielangebot wurde konsequent auf Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren ausgerichtet.

This world of play has been specifically designed for children aged between two and six.

[Specifically bringt hier die im Deutschen implizierte Bedeutungsnuance gezielt zum Ausdruck]

Ein weiteres Beispiel für eine Verbalphrase:

Die LMO positioniert die Region konsequent als winterliches Urlaubsziel.

The regional marketing organisation is making a concerted effort to position the area as a destination for winter holidays.

[In diesem Beispiel bringt concerted effort zum Ausdruck, dass sich alle Beteiligten in allen Aspekten systematisch und entschlossen für ein Ziel einsetzen, was im Deutschen durch konsequent ausgedrückt wird.]

In manchen Fällen ist Auslassen die beste Lösung, da eine Übersetzung im Englischen keinen inhaltlichen Mehrwert bieten würde:

Projekte wie OpenStreetMap haben gezeigt wie globale Monopole konsequent aufgebrochen werden, wenn Daten für diverse Akteure verfügbar gemacht sind.

Projects such as OpenStreetMap have shown that global monopolies can be broken up if data is made available to a wide range of players.

Im folgenden Beispiel ließ sich die Bedeutung gut durch ein beschreibendes Adjektiv ausdrücken:

Somit war es nur konsequent, die Brotsorten BROTIFY zu nennen.

The logical conclusion, therefore, was to call their breads BROTIFY.

[Da konsequent hier im Deutschen in der Bedeutung folgerichtig verwendet wird, bietet sich logical als „logische" Übersetzung an.]

Eine weitere adjektivische Übersetzung:

Dabei setzt die Zentrale konsequent auf eine Aufgabenteilung.

HQ operates a clear division of duties.

[Konsequent bedeutet hier soviel wie durchgängig / ohne Ausnahme. Im Englischen lässt sich diese Sinnrichtung gut durch clear (z. Dt.: klar, eindeutig) wiedergeben.]

Gelegentlich bedarf es jedoch auch ganz anderer Lösungen...

Du musst deinen Plan konsequent durchziehen.

You need to do what you say you are going to do.

Zu guter Letzt sei auch noch ein Eintrag aus dem Online-Wörterbuch dict.cc erwähnt. Diese und andere Online-Quellen werden oft etwas zu Unrecht als nicht kontextbezogen und somit unbrauchbar abgetan. In gewissem Maße stimmen wir dem zu. Doch wir sehen auch die nützlichen Seiten dieser Ressourcen, wenn sie mit Bedacht genutzt werden. Der folgende dict.cc-Vorschlag aus der Welt des Fußballs ist ein perfektes Beispiel dafür, wie stark sich der jeweilige Kontext auf die Übersetzung von konsequent (und letztlich auch von jedem anderen Wort) auswirken kann.

Dictcc konsequent.jpg

Come in and find out? (19.05.2017)

Das Korrekturlesen englischsprachiger Texte, die nicht von einem englischen Muttersprachler verfasst wurden, ist eine Aufgabe, der wir uns bislang stets widersetzt haben, und unsere klare und unmissverständliche Empfehlung an unsere Kunden ist und bleibt die gleiche: Betrachtet man Zeitaufwand und Qualität im Gesamtbild, so zahlt es sich letztlich immer aus, in der eigenen Sprache zu schreiben und dann eine professionelle Übersetzung anfertigen zu lassen. Doch manchmal müssen auch wir uns dem Unausweichlichen beugen. Wenn unsere Kunden fest entschlossen sind, selbst auf Englisch zu schreiben, dann besteht unsere Aufgabe darin, sie nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen.

Einige wichtige Grundregeln möchten wir jedoch von Anfang an etablieren:

Alles oder nichts

„Nur die gröbsten Fehler ausräumen" ist keine Option. Was als „grober Fehler" anzusehen ist, liegt rein im Auge des Betrachters. Eine sinnvolle Definition gibt es hierfür nicht, und wenn es um sprachliche Nuancen geht, zieht wohl jeder Mensch seine Grenzen anders. Wenn wir also ein Lektorat übernehmen, tun wir dies unter der Prämisse, dass für das Englische dieselben Qualitätsstandards gelten wie auch bei einer von uns angefertigten Übersetzung aus dem Deutschen - sowohl in Bezug auf den Sprachstil und das Register, als auch hinsichtlich Terminologie, Konsistenz und weiterer Aspekte. Wenn der Text in unseren Augen komplett umgeschrieben werden muss, werden wir dies auch tun.

Die Klarheit stirbt zuerst

Wenn ein Text in einer Fremdsprache verfasst wird, geschieht dies stets auf Kosten der Klarheit der Botschaft. Zwar können wir oft begründete Vermutungen anstellen, was der Autor unserer Meinung nach ausdrücken wollte, doch tatsächlich wissen tut dies nur der Verfasser selbst. Wir nehmen unsere Anpassungen stets in einem Format vor, in dem der Kunde bzw. Autor alle Änderungen aktiv bestätigen muss (z. B. unter Verwendung der Funktion „Änderungen nachverfolgen" in Word-Dokumenten). Wer an dieser Stelle nicht beurteilen kann, welche der alternativen Formulierungen die gewünschte Aussage am besten trifft, sollte sich in Zukunft vielleicht darauf beschränken, in der eigenen Sprache zu schreiben.

Sollten wir nicht einmal eine sinnvolle Vermutung zu der beabsichtigten Aussage einer Textpassage haben, heben wir diese hervor und bitten um Klärung, so wie wir es auch bei unklaren Textstellen im Ausgangstext für eine Übersetzung tun würden.

Zeitplanung

Des Weiteren erbitten wir uns auch für diese Aufträge genügend Zeit zur sorgfältigen Korrektur und Optimierung des Textes. Wir möchten Lektorate nicht in letzter Minute durchführen müssen, wenn der Kunde bereits mit den Hufen scharrt. Dies gibt uns das Gefühl, dass wir dem Kunden nun nicht mehr allzu viele Änderungen „zumuten" können, oder macht uns darin befangen, dem Kunden eine ehrliche Rückmeldung zur Qualität seines englischen Textes (bzw. des Textes, den er ggf. von einer dritten Partei erhalten hat) zu geben. Mitunter bleibt schlicht zu wenig Zeit, um die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen.

Werbetexte

Wenn es in Ihrem Auftrag um Werbeslogans, Kampagnentitel oder andere zentrale Marketing-Inhalte für Ihr Unternehmen geht, ist es umso wichtiger, dass Sie frühzeitig auf uns zukommen. Mit Informationen zum gewünschten Werbeziel in der Hand nehmen wir uns gerne der Aufgabe an, einem Kunden oder seiner Agentur Vorschläge zu unterbreiten und kreative Denkanstöße zu geben.

Wie Sie vielleicht erkannt haben, trägt dieser Blog-Eintrag den Titel einer berühmt-berüchtigten Werbekampagne der Parfümeriekette Douglas. Der Versuch, den Kunden auf eine Entdeckungsreise einzuladen, wurde von vielen Verbrauchern als Aufforderung verstanden, das Geschäft zu betreten und wieder zu verlassen - ein Eigentor, das selbst im Ausland zu Erheiterung führte, wie dieser Artikel aus dem internationalen Spiegel belegt.

Aller Jahre wieder: Der Geschäftsbericht (06.02.2017)

Aus gegebenem Anlass betrachten wir diesen Monat in unserem Blog erneut ein bekanntes Thema: den Geschäftsbericht. Wir haben kürzlich unsere Hinweise für Kunden, deren Jahresberichte wir übersetzen, ergänzt und überarbeitet. Wie nachfolgend beschrieben, ist die konsequente Realisierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses von einem Jahr zum nächsten das A und O der Bearbeitung von Geschäftsberichten und anderen wiederkehrenden Übersetzungsgroßprojekten. Hier sind unsere Gedanken dazu ...

Unsere Tipps und Ratschläge für die Übersetzung von Geschäftsberichten, aus der Perspektive des Übersetzers

Der Geschäftsbericht ist in vieler Hinsicht das Aushängeschild eines Unternehmens. Daher ist es wichtig, dass hier alles seine Richtigkeit hat. Über die Jahre hinweg haben wir hunderte, wenn nicht tausende an Arbeitsstunden mit der Übersetzung von Geschäftsberichten verbracht, und so wissen wir ziemlich genau worauf es - zumindest aus Sicht des Übersetzers - ankommt, um den Ablauf so erfolgreich wie möglich zu gestalten und letztendlich das beste Ergebnis zu liefern. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht unserer Erkenntnisse. Vieles davon trifft nicht nur auf die Übersetzung von Geschäftsberichten zu, sondern gilt generell für größere Übersetzungsprojekte, besonders solche, die zeit- bzw. geschäftskritisch sind.

Die Planungsphase

Aus Sicht des Übersetzers ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Übersetzung als wesentlicher Bestandteil des Planungsprozesses für den Geschäftsbericht behandelt wird. Der Dreh- und Angelpunkt einer qualitativ guten Übersetzung ist die Maximierung der zur Verfügung stehenden Übersetzungszeit. Das erreicht man am Besten dadurch, dass man den Zeitpunkt im Prozess bestimmt, wenn ein stabiler Entwurf des Geschäftsberichts (bzw. einzelner Abschnitte davon) vorliegt, und man dann diese Version sobald wie möglich dem Übersetzungsbüro zukommen lässt, damit es ohne übermäßigen Zeitdruck mit dem Übersetzen beginnen kann.

So geht beispielsweise in den meisten Unternehmen der „vorläufig finale" Bericht zur Freigabe an den Vorstand. Die Änderungen des Vorstandes halten sich normalerweise in Grenzen und können ohne größeren Aufwand nachträglich in die Übersetzung eingearbeitet werden.

Für unsere Kapazitätsplanung ist es auch sehr hilfreich zu wissen, wann genau wir mit dem Quelltext rechnen können und wann wir die Übersetzung liefern sollen, d. h. nicht nur das Datum sondern auch die Uhrzeit. Bei kurzen Fristen und beschränkter Kapazität besteht ein beträchtlicher Unterschied zwischen 9 Uhr und 17 Uhr. Auch das ungefähre Textvolumen (Wortzahl) hilft unserer internen Planung.

Die Produktionsphase

An der Erstellung von Geschäftsberichten sind normalerweise verschiedene Bereiche innerhalb eines Unternehmens beteiligt, sowie oftmals auch mehrere externe Dienstleister. Es ist daher entscheidend, dass das Unternehmen einen zentralen Koordinator ernennt, der den Überblick über den gesamten Prozess hat. Jemand muss die Verantwortung dafür tragen, dass alle Prozessbeteiligten wissen, was sie wann zu tun haben - und es muss jemand dafür sorgen, dass alles auf dem richtigen Kurs bleibt, wenn es zu den unvermeidlichen „Herausforderungen" kommt.

Während der Produktionsphase unterliegen Geschäftsberichte einer ständig fortlaufenden Überprüfung und Überarbeitung seitens verschiedener Beteiligter, und es ist Aufgabe des zentralen Koordinators sicherzustellen, dass sich keine veralteten Versionen in Umlauf befinden.

Als Übersetzer benötigen wir den ersten stabilen Entwurf und anschliessend nur noch die endgültige Version, sobald sie von allen relevanten Instanzen freigegeben wurde. Die Bearbeitung zwischenzeitlicher Updates und geringfügiger Änderungen ist äußerst zeitintensiv und kann noch dazu Verwirrung stiften. Wichtig ist auch, dass beide Versionen in einem editierbaren digitalen Format sind, um die reibungslose Integration in unsere Übersetzungssoftware zu gewährleisten.

Tabellen ändern sich häufig nur geringfügig von einem Jahr zum anderen, daher werden sie oftmals dem Schriftsetzer zum Einfügen nach der Übersetzung überlassen. Es gibt jedoch stets bestimmte feine Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren, die möglicherweise nur die Zielsprache betreffen. Wir raten daher immer, auch Tabellen in den Übersetzungsprozess einzuschließen. Sollte das nicht möglich sein, muss sichergestellt werden, dass die Tabellen von jemand mit den entsprechenden Fachkenntnissen geprüft werden, um die terminologische Konsistenz zwischen Text und Tabellen sicherzustellen.

Terminologiemanagement

Für die Abschlussadressaten ist es von großer Bedeutung, dass Informationen im Jahresvergleich konsistent dargestellt werden. Das bedeutet, dass auch die Terminologie übereinstimmen muss. Gutes Terminologiemanagement setzt Folgendes voraus: Zunächst einmal muss das Übersetzungsbüro mit der Terminologie der relevanten Bilanzierungsrichtlinien (IFRS, HGB, etc.) vertraut sein und wissen, welche Quellen bei fachlichen Fragen zu Rate zu ziehen sind. Zweitens muss das Übersetzungsbüro über Systeme und Abläufe verfügen, die die Berücksichtigung von unternehmensspezifischen Präferenzen und die Übereinstimmung der Terminologie mit den relevanten Bilanzierungsrichtlinien gewährleisten (zwei Anforderungen, die mitunter unvereinbar sind). Zum dritten muss der zentrale Koordinator des Unternehmens in der Lage sein, Terminologieanfragen schnell, verständlich und verbindlich zu beantworten - und den Autoren der Ausgangstexte Konsistenz abzufordern.

Die Revisionsphase

Selbstverständlich wollen die meisten Unternehmen die Übersetzung ihres Geschäftsberichts ganz gründlich unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls selbst Änderungen vornehmen. Als Übersetzer freuen wir uns über jedes Feedback und begrüßen es, wenn wir von Kunden Resonanz bekommen. Wir möchten allerdings darum bitten, dass wir an dem Prozess beteiligt werden und die Möglichkeit erhalten, alle vorgenommenen Änderungen zu prüfen und uns dazu zu äußern (mit ausreichend Zeit im Terminplan, um dies gründlich zu tun). Dafür gibt es zwei gute Gründe: zum einen ermöglicht es uns, spezifische Kundenpräferenzen zu erkennen und festzuhalten, damit wir sie im Rahmen künftiger Übersetzungen verwenden können. Zum anderen kann es vorkommen, dass durch den Revisor versehentlich inkonsistente Terminologie oder Fehler aufgrund mangelnden Sprachgefühls einfließen (siehe: Das Klagelied des Englisch-Übersetzers). Bewährterweise gibt der Revisor immer die Gründe einer Änderung an. Dadurch kann der Übersetzer besser einschätzen, ob die Änderung berechtigt ist. Desweiteren zwingt es den Revisor dazu, die Änderungen jeweils noch einmal zu hinterfragen, statt sie einfach unbedacht durchzuführen.

Die Layoutphase

Eine der größten Fehlerquellen im gesamten Prozessablauf ergibt sich, wenn Schriftsetzer, die ja oftmals in einer fremden Sprache arbeiten, Übersetzungen in das Ausgangsdokument kopieren oder gar neu eintippen. Hier bei LingServe können wir Ausgangsdokumente direkt in InDesign übersetzen, wodurch ein nicht unerheblicher Arbeitsaufwand (und damit Kosten) gespart und, noch wichtiger, eine Hauptursache menschlicher Fehler vermieden wird. Außerdem können wir die abschließende Feinarbeit ausführen, wie z. B. Anpassung der Textlänge, Einfügen angemesser Zeilenumbrüche und ähnliches.

Ausschreibungen auf dem Prüfstand (01.12.2016)

Seit einigen Jahren zeichnet sich besonders bei Großunternehmen und -organisationen zunehmend ein Trend zur Zentralisierung und Konsolidierung der Beschaffung sowie zur Aushandlung von Rahmenverträgen ab. Auch unsere Branche ist davon nicht ausgenommen. Organisationen der öffentlichen Hand sind oft gesetzlich verpflichtet, ihre Beschaffung ab einem bestimmten Schwellenwert auszuschreiben, um Wirtschaftlichkeit und Transparenz zu gewährleisten. Bei privatwirtschaftlichen Unternehmen dagegen liegt der Grund zumeist in einer aggressiven Beschaffungspraxis mit dem Ziel, Lieferanten unter Preisdruck zu setzen und dadurch Kosten zu senken. In beiden Fällen würden wir einwenden, dass dies wahrscheinlich der beste Weg ist, das genaue Gegenteil des erhofften Resultats zu erreichen - quasi als unbeabsichtigte Folge - jedenfalls, was Übersetzungen betrifft.

Das Problem besteht darin, dass der Bezug von Übersetzungen etwas komplizierter ist als die Teilebeschaffung. Beispielsweise sind Testübersetzungen im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens relativ sinnlos. Ein gut übersetzter Text belegt zwar, dass der Anbieter gute Übersetzungen liefern kann, aber er sagt nichts darüber aus, ob dieser Anbieter über einen längeren Zeitraum hinweg gleichbleibend gute Übersetzungen liefern wird. Selbst wenn man von der Annahme ausgeht, dass die Übersetzung tatsächlich von einem firmeneigenen Übersetzer erstellt worden ist, der dann auch regelmäßig mit den nachfolgenden Aufträgen betraut werden würde, so ist es trotzdem möglich, dass dieser Übersetzer im Urlaub, krank oder anderweitig beschäftigt ist, oder sogar die Firma verlassen hat, wenn der nächste Auftrag eingeht. Man muss sich darauf verlassen können, dass ein Übersetzungsdienstleister die notwendigen Systeme, Kontrollen und Abläufe im Unternehmen verankert hat, um eine gleichbleibend hohe Übersetzungsqualität zu gewährleisten.

Desweiteren ist zu beachten, dass der Ausschreibungsprozess nichts über das Servicebewusstsein des Anbieters aussagt: Denkt er mit? Zeigt er etwaige Probleme im Quelltext auf? Macht er Verbesserungsvorschläge in Eigeninitiative? Ist er flexibel und tut er alles (und sogar noch mehr), um den Kunden zufriedenzustellen? Sind Systeme vorhanden, um die Einheitlichkeit von Stil und Terminologie in allen Dokumenten zu gewährleisten? Schauen die Übersetzer auch über den Tellerrand, und übersetzen bzw. schreiben bei Bedarf kreativ? Sind sie gewissenhaft und zuverlässig in Sachen Liefertreue?

Letztendlich weiß man erst dann mit Sicherheit, dass man einen guten Übersetzungsdienstleister gefunden hat, wenn man über einen gewissen Zeitraum mit ihm zusammenarbeitet. Der einzige konkrete Vorteil eines Ausschreibungsverfahrens für den Auftraggeber ist die Möglichkeit, den Preis zu drücken, aber selbst das kann oft ein zweischneidiges Schwert sein. Wenn nämlich die qualitativ höherwertigen Anbieter eliminiert werden, stellt sich womöglich heraus, dass die wahren Kosten der Zusammenarbeit mit einem Billiganbieter höher sind als man denkt. Eine minderwertige Übersetzung ist häufig schlechter als gar keine. Und ein unzuverlässiger Dienstleister kann sich ebenfalls als teuer erweisen. Für qualitätsbewusste Kunden macht der Mehrwert, den ein professioneller, gewissenhafter und kompetenter Übersetzungsdienstleister bieten kann, einen eventuellen Preisaufschlag mehr als wett.

Zum Abschluss noch ein letzter Ratschlag: Obwohl wir natürlich niemanden abhalten möchten, von einem anderen Übersetzungsanbieter zu LingServe zu wechseln, würden wir davon abraten, Übersetzungsverträge alljährlich neu auszuschreiben und daraufhin häufig den Dienstleister zu wechseln. Die so eingesparten direkten Kosten werden durch die indirekten „Reibungsverluste“ im Prozess und in der Qualität mehr als aufgehoben. Das gilt gleichermaßen für andere externe Dienstleister, die an der Erstellung von Dokumenten beteiligt sind. Die Zusammenarbeit profitiert im Laufe der Jahre enorm von einem kumulativen Verbesserungs- und Einarbeitungseffekt. Mit jedem Dienstleisterwechsel muss man dagegen wieder von vorne anfangen.

Versuchen Sie deshalb, gute Dienstleistungsunternehmen zu finden, denen Sie vertrauen können, geben Sie diesen Unternehmen die benötigte Stabilität, um ihre Zeit und Ressourcen in Ihr Unternehmen zu „investieren“, und pflegen Sie dann diese Beziehung.

Weglassen. Keine Sünde, sondern eine Tugend. (30.09.2016)

Als Übersetzer steht uns allerlei grammatikalisches Werkzeug zur Verfügung. Wir können Substantive durch Verben ersetzen (sehr nützlich beim Übersetzen vom Deutschen ins Englische), oder Verben durch Substantive; wir können Präpositionen ändern, ein Wort mit fünf Wörtern übersetzen, oder eine ergänzende Information bzw. Fußnote hinzufügen, wenn dem Leser etwas erklärt werden muss. Die Liste ist lang, doch eine der am häufigsten unterschätzten, aber dennoch effektivsten Methoden ist das Weglassen von Wörtern. Das läuft vielleicht dem zuwider, was man generell als Hauptziel einer Übersetzung betrachten könnte: die Wiedergabe jedes einzelnen Aspekts des Ausgangstextes im Zieltext. Aber das sture Übersetzen jedes semantischen Textbausteins führt oft zu schwer lesbaren Texten, die Wörter enthalten, die entweder überflüssig oder wenig hilfreich sind.

Ein gutes Beispiel ist Gemeinschaftsstand, ein Stand an einer Messe (im Englischen besser mit „trade fair", „consumer fair" oder „exhibition" übersetzt, als mit „fair"*), den sich mehrere Aussteller teilen. „Shared stand" (geteilter Stand), „joint stand" (gemeinsamer Stand), oder vielleicht sogar „communal stand" (Mischstand) sind in manchen Zusammenhängen akzeptabel, aber keine dieser Alternativen ist besonders zufriedenstellend. Meistens ist das Konzept des geteilten Standes bereits impliziert und muss daher nicht nochmals erläutert werden. Oder der Gedanke kann anders ausgedrückt werden als mit einem einzelnen Wort. Hier sind einige Beispiele die wir im Internet gefunden haben, mit Vorschlägen für die Übersetzung des Gemeinschaft-Aspektes:

Bereits zum dritten Mal bietet die ees Europe einen Gemeinschaftsstand zum Thema Elektromobilität in Kombination mit erneuerbaren Energien an.

For the third time, ees Europe is organising a stand devoted to electric drive systems and renewable energies at which relevant organisations will be invited to exhibit.

Wie man sieht, kann auch in Kombination ohne jeglichen Bedeutungsverlust weggelassen werden.

(Auszug aus einem Online-Bewerbungsformular für Aussteller)

Aussteller am Gemeinschaftsstand „Innovation made in Germany"erhalten folgende Leistungen:

Exhibitors at the Innovation made in Germany stand benefit from the following:

In beiden Beispielen ist durch die Verwendung des Plurals (beim ersten Beispiel hinzugefügt, beim zweiten vom Deutschen übernommen) und durch den Kontext klar, dass es sich hier um einen Gemeinschaftsstand handelt.

Das Beispiel Gemeinschaftsstand ist eines von vielen, denen wir bei unserer täglichen Arbeit begegnen. Wenn das Weglassen eines Wortes den übersetzten Text lesbarer macht, und der Leser dadurch nicht schlechter gestellt ist als der Leser des Ausgangstexts, dann kann es die beste Taktik sein.

* Das versteht man im Englischen unter der Bezeichnung „fair":

fair.jpg

Von LingServe übersetzter Baloise Travel Guide gewinnt Content Marketing-Preis

Wir freuen uns zu berichten, dass der von LingServe übersetzte Baloise Travel Guide bei den diesjährigen Best of Content Marketing Awards in Hamburg mit Silber ausgezeichnet wurde. Der Guide bietet einen informativen und teilweise humorvollen Einblick in die Welt des Versicherungswesens und in die von Baloise angebotenen Dienstleistungen. Wir hatten viel Spaß bei der Übersetzung und sind hocherfreut, unseren Beitrag zum Gewinn dieses renommierten Preises geleistet zu haben.

Klagelied eines Englisch-Übersetzers, oder: Halbwissen ist schlimmer als Unwissen
(aktualisiert 19.05.2017)

Als Übersetzer in die englische Sprache sind wir von dem in der Übersetzungsbranche wohl einmaligen Phänomen betroffen, dass unsere (deutschen) Kunden fast durchweg die Zielsprache beherrschen, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Folglich können und wollen sie mitunter auch bei der Übersetzung mitreden. In vieler Hinsicht ist das natürlich positiv. Oft können uns Kunden wertvolles Feedback zu Fachterminologie oder unternehmensspezifischem Sprachgebrauch in ihrem jeweiligen Spezialgebiet geben. Und wenn es um „kreative" Übersetzungen wie einen Werbeslogan oder ein Unternehmensleitbild geht, können wir dem Kunden gegebenenfalls eine Reihe von Alternativen zur Auswahl anbieten und gemeinsam eine Wahl treffen. Diese Möglichkeit steht einem Chinesisch-Übersetzer sicher seltener zur Verfügung. Das ist der Vorteil, wenn man mit der globalen Verkehrssprache arbeitet. Aber es gibt auch eine Kehrseite, da es sich ab und an wohlmeinende Kunden mit relativ gutem Englisch zur Aufgabe machen, unsere Übersetzungen zu korrigieren, damit sie ihrem eigenen Sprachverständnis entsprechen. Leider geschieht das meistens ohne Rücksprache mit uns, und oft besitzen diese Kunden nicht die notwendige sprachliche Finesse, um einen flüssigen, gut geschriebenen englischen Text zu verfassen. Stattdessen übersetzen sie Wort für Wort, unter Beibehaltung der ursprünglichen deutschen Satzstellung und vielfach mit dem Wörterbuch in der Hand. Das lässt sich dann nur noch als Verschlimmbessern bezeichnen. Häufig kann man aus dem Englischen den deutschen Wortlaut noch ziemlich genau „heraushören".

Für den Internetauftritt eines Hotels hatten wir beispielsweise den Satz „Für kulinarische Genüsse sorgt die Gastronomie in unmittelbarer Nähe des Hotels" mit „There are some excellent places to eat within easy reach of the hotel" übersetzt. Als wir jedoch die online veröffentlichte Fassung sahen, war daraus „The gastronomy in the proximity of the hotel ensures culinary delights" geworden. Dieser Satz klingt auf Englisch nicht nur äußerst merkwürdig, sondern vermittelt auch in keiner Weise die gewünschte Aussage. Zum Glück konnten wir den Kunden davon überzeugen, die Änderung rückgängig zu machen und unsere ursprüngliche Übersetzung zu verwenden.

Die Zahl der Beispiele ist schier unerschöpflich, doch der folgende Fall schaffte es ebenfalls auf die Favoritenliste unseres Teams. Aus unserer Formulierung

The authentication process ensures that a user is who they say they are."

wurde

The authentication process ensures that a user is the one that he pretends to be."

Statt der ursprünglichen deutschen Aussage „... dass der Benutzer derjenige ist, der er zu sein vorgibt" entsprach die Übersetzung nun sinngemäß eher „... dass der Benutzer derjenige ist, der er zu sein vortäuscht". Somit wurde ein Authentifizierungsprozess erdacht, der es dem Benutzer bereits unterstellt, eine falsche Identität zu verwenden, und diese Täuschung dann bestätigt. Ein technologischer Durchbruch!

Die Verwendung des Pronomens der dritten Person Plural (they) zur Vermeidung eines geschlechtsspezifischen Pronomens (he/she) - wie im obigen Beispiel - ist eine weitere Besonderheit des Englischen, die Nichtmuttersprachlern offenbar weniger bekannt ist, sodass wohlmeinende Kunden sich bemüßigt fühlen, unsere Übersetzung zu „korrigieren", um sie dem Deutschen anzugleichen.

Ein anderer Kunde durchkämmte ein gesamtes Word-Dokument von ca. 100.000 Wörtern Länge und passte jedes im Englischen im Singular verwendete Substantiv zum Plural an, wenn das entsprechende deutsche Wort im Ausgangstext im Plural verwendet worden war. Hierdurch wurde z. B. der englische Begriff „collateral" (finanzielle Sicherheiten) zu „collaterals" (eine nicht gebräuchliche Form, da collateral" nicht zählbar ist und nur im Singular verwendet werden kann).

Wieder ein anderer Kunde schickte uns unsere Übersetzung zum Korrekturlesen zurück und hatte die Abkürzungen „i.e." und „e.g." („d. h." bzw. „z. B.") im gesamten Text durch „id est" and „exemplia gratia" ersetzt. Der deutsche Schriftsetzer hatte diese Änderungen wohl gemacht, weil im Deutschen die Abkürzungen und die ausgeschriebenen Formen (das heißt" und zum Beispiel") frei gegeneinander austauschbar sind. Er war auf dieser Basis wohl der Ansicht, dass die ausgeschriebene Fassung auch im Englischen besser aussehen würde oder vielleicht sogar „richtiger" wäre. Jedoch sind vielen englischen Muttersprachlern diese ausgeschriebenen lateinischen Varianten überhaupt nicht geläufig. Die Kürzel „i.e." und „e.g." werden tagtäglich verwendet, doch es würde im Traum niemand daran denken, diese Wendungen auszuschreiben. Wenn wir diesen Text nicht im fertigen Layout noch einmal zur Endkorrektur zurückerhalten hätten - ein Schritt, den wir unbedingt empfehlen - wäre es zu einem peinlichen Fehler gekommen, durch den der Text akademisch und gestelzt geklungen hätte. Viele Leser hätten vermutlich die Verbindung zwischen „id est" / „exemplia gratia" und den Abkürzungen „i.e." / „e.g." gar nicht erkannt.

Fazit: Änderungen an Übersetzungen von LingServe sollten – auch wenn sie geringfügig erscheinen – nur nach Rücksprache mit uns vorgenommen werden, um sicherzugehen, dass sich keine Fehler oder unnatürlich klingenden Formulierungen in das Endprodukt einschleichen.

„Zwei Nationen, durch eine gemeinsame Sprache getrennt" (26.02.2016)

Dieses Zitat, meistens dem irischen Dramatiker George Bernard Shaw zugeschrieben, ist wohlbekannt, aber die Unterschiede zwischen US‑amerikanischem und britischem Englisch werden oft überschätzt, besonders von Nicht-Muttersprachlern. In der Praxis sind die Unterschiede zwischen den internationalen Varianten der englischen Schriftsprache nur unwesentlich und dem Verständnis nicht hinderlich.

Wir haben zwei Grundregeln:

Jede Übersetzung muss entweder als US-amerikanisches oder britisches Englisch1 eingestuft werden, um die Konsistenz der Orthografie, Terminologie und Grammatik zu gewährleisten.

Sofern wir keine andere Anweisung erhalten, gehen wir immer davon aus, dass eine Übersetzung für ein internationales Publikum bestimmt ist, das auch Nichtmuttersprachler einschließt.

Obwohl wir normalerweise von einer internationalen Leserschaft ausgehen, gibt es unseres Erachtens kein „internationales Englisch“, also eine Variante, die nicht länderspezifisch ist, wie z. B. amerikanisch, britisch, australisch, kanadisch, etc. Um Konsistenz zu gewährleisten, ordnen wir jedem unserer Kunden automatisch eine bestimmte Variante zu (normalerweise britisches Englisch, es sei denn, der Kunde wünscht eine andere Variante). Dies verleiht den Veröffentlichungen unserer Kunden ein gleichmäßiges und professionelles Erscheinungsbild, und vermeidet Fluktuationen in Schreibweise und Begriffsverwendung.

Wir sind uns aber wohl bewusst, dass Englisch eine internationale Verkehrssprache ist, und dass daher viele Leser unserer Übersetzungen keine Muttersprachler sind. In der Praxis versuchen wir deshalb, umgangssprachliche und kulturell spezifische Ausdrücke und Redewendungen zu vermeiden – besonders Begriffe aus dem Sport. Typisch britische Redewendungen aus dem Cricket wären mit Sicherheit auch für einen indischen oder australischen Leser verständlich, einem in den USA oder Japan wohl eher nicht. Umgekehrt verhält es sich genauso mit Begriffen aus dem amerikanischen Baseball. Manchmal ist man gezwungen, zwischen US-amerikanischem und britischem Wortschatz zu wählen. Wenn man z. B. das Wort Girokonto übersetzt, muss es im britischen Englisch „current account“ heißen, während es auf US-Amerikanisch „checking account“ heißt. Oft lässt sich aber eine neutrale Übersetzung finden. Beispielsweise heißt die Tankstelle in Großbritannien „petrol station“ und in den USA „gas station“. Die neutrale Alternative (und daher unsere bevorzugte Übersetzung) ist „filling station“.

Die amüsantesten Beispiele für sprachliche Unterschiede – und für potentielle Missverständnisse – sind eher in der Umgangssprache zu finden, die jedoch in den hier bei LingServe üblicherweise übersetzten Business-Texten so gut wie nie zur Verwendung kommt. Ein Amerikaner fände z.B. nichts ungewöhnliches daran, wenn ein Holzfäller „suspenders“ tragen würde (im US-amerikanischen Englisch sind das Hosenträger, im britischen aber Strapse.) Ebenso kann man in New York ruhig in „pants“ ausgehen (in den USA sind das Hosen), aber in London sollte man doch lieber etwas mehr anziehen (in Großbritannien sind „pants“ nämlich Unterhosen)! Und ein Amerikaner, der sich als „pissed" (US-Englisch: stocksauer) bezeichnet, wird eher unglücklich sein, während ein Brite wahrscheinlich ziemlich glücklich wäre (in Großbritannien bedeutet „pissed" nämlich stockbesoffen).

1) Oder als eine andere, anerkannte internationale Variante.

Neues Jahr. Neue Serviceangebote. (07.01.2015)

Das neue Jahr kommt langsam in die Gänge, und wir möchten dies zum Anlass nehmen, Sie mit zwei neuen Dienstleistungen bekannt zu machen, von denen einige unserer Kunden bereits profitieren.

Die erste ist das Layout von InDesign-Dateien. Als Mehrwertdienst für unsere Kunden bieten wir jetzt einen durchgängigen Übersetzungs- und Layout-Service für mit InDesign erstellte Dokumente an. Zeilenumbrüche, Trennungen, Textüberhänge und andere typografischen Aspekte, die im Verlauf einer Übersetzung auftreten können, werden dabei überprüft und korrigiert. Muss der Text gekürzt oder an das Layout des Dokumentes angepasst werden, so haben wir die notwendigen Sprachkenntnisse um sicherzustellen, dass Verständlichkeit, Inhalt und Stil des Textes unbehelligt bleiben, und dass eventuell erforderliche Änderungen nicht die Qualität der Übersetzung beeinträchtigen.

Der Service beinhaltet außerdem das abschließende Durchlesen des gesetzten Textes durch den ursprünglichen Übersetzer. Da er das Endprodukt im endgültigen Rahmen sehen kann, ist der Übersetzer besser in der Lage, seiner Arbeit den letzten Schliff zu geben.

Der zweite Service, durch den wir unseren Kunden Mehrwert bieten können, ist unser professionelles Online-System für Terminologiemanagement. Unsere allgemeine Terminologiedatenbank steht Kunden mit einem Jahresumsatz von mindestens €15.000 schon jetzt kostenlos zur Verfügung. Für Kunden, die ihre deutsch-englische Terminologie gerne in einem eigenen unternehmensspezifischen Wörterverzeichnis verwalten möchten, können wir ein maßgeschneidertes Wörterbuch zusammenstellen und betreuen. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Wortliste in Excel oder Word bietet unser Online-Tool eine Reihe von Vorteilen:


Um mehr über diese zusätzlichen Dienstleistungen zu erfahren, oder für Informationen über unsere bewährten Übersetzungsangebote, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung.

Wann ist eine Bilanz keine Bilanz? (01-10-2014)

Jetzt wo die Sommerferien hinter uns liegen und es langsam herbstlich wird, beginnt so manch einer an den Jahresabschluss und die Vorbereitungen für den nächsten Geschäftsbericht zu denken.

Der Geschäftsbericht ist in vieler Hinsicht das Aushängeschild eines Unternehmens, daher ist es wichtig, dass hier alles seine Richtigkeit hat. Über die Jahre hinweg haben wir hunderte, wenn nicht tausende an Arbeitsstunden damit verbracht, Geschäftsberichte zu übersetzen, und so wissen wir ziemlich genau worauf es - zumindest aus Sicht des Übersetzers - ankommt, um den Ablauf so erfolgreich wie möglich zu gestalten und letztendlich das beste Ergebnis zu liefern. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht unserer Erkenntnisse. Vieles davon trifft nicht nur auf die Übersetzung von Geschäftsberichten zu, sondern gilt auch für größere Übersetzungsprojekte allgemein, besonders solche, die zeit- bzw. geschäftskritisch sind.

Die Planungsphase

Aus Sicht des Übersetzers ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Übersetzung als ein wesentlicher Bestandteil des Planungsprozesses für den Geschäftsbericht behandelt wird, anstatt bloß als Nachsatz drangeklatscht zu werden. Der Dreh- und Angelpunkt einer qualitativ guten Übersetzung ist die Maximierung der zur Verfügung stehenden Übersetzungszeit [vgl.: Gut Ding will Weile haben]. Das erreicht man am Besten dadurch, dass man den Zeitpunkt im Prozess bestimmt, wo ein stabiler Entwurf des Geschäftsberichts vorliegt (bzw. einzelner Abschnitte davon), und man dann diese Version sobald wie möglich dem Übersetzungsbüro zukommen lässt, damit es schon mal ohne übermäßigen Zeitdruck mit dem Übersetzen beginnen kann.

Die Produktionsphase

An der Erstellung von Geschäftsberichten sind normalerweise verschiedene Abteilungen innerhalb eines Unternehmens beteiligt, sowie oftmals auch mehrere externe Dienstleister. Es ist daher kritisch, dass das Unternehmen einen zentralen Koordinator ernennt, der den Überblick über den gesamten Prozess hat. Jemand muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass alle am Prozess Beteiligten wissen, was sie wann zu tun haben; und es muss jemand dafür sorgen, dass alles auf dem richtigen Kurs bleibt, wenn es zu den unvermeidlichen „Herausforderungen" kommt.

Während der Produktionsphase unterliegen Geschäftsberichte einer ständig fortlaufenden Überprüfung und Überarbeitung seitens verschiedener Beteiligter, und es ist Aufgabe des zentralen Koordinators, sicherzustellen, dass sich keine veralteten Versionen in Umlauf befinden. Uns als Übersetzer interessiert nur der erste stabile Entwurf, gefolgt von der endgültigen Version sobald sie von allen erforderlichen Instanzen freigegeben wurde. Die Bearbeitung zwischenzeitlicher Updates und geringfügiger Änderungen ist äußerst zeitintensiv und kann noch dazu Verwirrung stiften.

Terminologiemanagement

Für die Abschlussadressaten ist es von großer Bedeutung, dass die Informationen im Jahresvergleich konsistent dargestellt werden. Das bedeutet, dass auch die Terminologie im Zeitablauf übereinstimmen muss, eine Aufgabe, die durch den scheinbar zwanghaften Drang des International Accounting Standards Board (IASB), die Terminologie der IFRS (International Financial Reporting Standards, d. h. internationale Rechnungslegungsvorschriften) ständig umzudefinieren nicht gerade erleichtert wird. Gutes Terminologiemanagement setzt Folgendes voraus:
Zunächst einmal muss das Übersetzungsbüro mit der in den relevanten Bilanzierungsrichtlinien (IFRS, HGB, etc.) verwendeten Terminologie vertraut sein und wissen, welche Quellen bei fachlichen Fragen zu Rate zu ziehen sind. Zweitens muss das Übersetzungsbüro über Systeme und Abläufe verfügen, die die Berücksichtigung von unternehmensspezifischen Präferenzen und die Übereinstimmung der Terminologie mit den relevanten Bilanzierungsrichtlinien gewährleisten (zwei Anforderungen, die mitunter unvereinbar sind). Zum dritten muss der zentrale Koordinator des Unternehmens in der Lage sein, Terminologieanfragen schnell, verständlich und verbindlich zu beantworten - und den Autoren der Ausgangstexte Konsistenz abzufordern.

Die Revisionsphase

Selbstverständlich wollen die meisten Unternehmen die Übersetzung ihres Geschäftsberichts ganz gründlich unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls selbst Änderungen vornehmen. Als Übersetzer freuen wir uns über jedes Feedback und begrüßen es, wenn wir von Kunden Resonanz bekommen. Wir möchten allerdings darum bitten, dass wir an dem Prozess beteiligt werden und die Möglichkeit erhalten, alle vorgenommenen Änderungen zu prüfen und uns dazu zu äußern (mit ausreichend Zeit im Terminplan, um dies gründlich zu tun). Dafür gibt es zwei gute Gründe: zum einen ermöglicht es uns, spezifische Kundenpräferenzen zu erkennen und festzuhalten, damit wir sie im Rahmen künftiger Übersetzungen verwenden können; zum anderen kann es vorkommen, dass durch den Revisor versehentlich inkonsistente Terminologie oder Fehler aufgrund mangelnden Sprachgefühls einfließen. Bewährterweise gibt der Revisor immer die Gründe einer Änderung an. Dadurch kann der Übersetzer dann besser einschätzen, ob die Änderung berechtigt ist. Desweiteren zwingt es den Revisor dazu, die Änderungen jeweils noch einmal zu überdenken, statt sie einfach unbedacht durchzuführen.

Die Layoutphase

Eine der größten Fehlerquellen im gesamten Prozessablauf ergibt sich wenn die Schriftsetzer, die ja oftmals in einer fremden Sprache arbeiten, Übersetzungen in das Ausgangsdokument kopieren bzw. - was noch schlimmer ist - neu eintippen. Hier bei LingServe können wir direkt aus dem InDesign-Ausgangsdokument übersetzen, wodurch ein nicht unerheblicher Arbeitsaufwand (und damit Kosten) gespart werden und, noch wichtiger, eine Hauptursache von menschlichen Fehlern vermieden wird. Außerdem können wir auch die abschließende Feinarbeit ausführen, wie z. B. Anpassung der Textlänge, Einfügen angemesser Zeilenumbrüche und ähnliches.

Zum Abschluss noch ein letzter Ratschlag: obwohl wir natürlich niemanden abhalten möchten, von einem anderen Übersetzungsanbieter zu LingServe zu wechseln, würden wir davon abraten, Übersetzungsverträge alljährlich neu auszuschreiben und daraufhin häufig den Dienstleister zu wechseln. Die so eingesparten direkten Kosten werden durch die indirekten „Reibungsverluste" im Prozess und in der Qualität mehr als aufgehoben. Das gilt gleichermaßen für andere externe Dienstleister, die an der Erstellung des Geschäftsberichts beteiligt sind. Dieser komplizierte Prozess läuft nie völlig reibungslos ab, aber er profitiert im Laufe der Jahre enorm von einem kumulativen Verbesserungs- und Einarbeitungseffekt. Mit jedem Dienstleisterwechsel muss man dagegen wieder von vorne anfangen.

Versuchen Sie deshalb, gute Dienstleistungsunternehmen zu finden, denen Sie vertrauen können, geben Sie diesen Unternehmen die benötigte Stabilität um ihre Zeit und Ressourcen in Ihr Unternehmen zu „investieren", und pflegen Sie dann diese Beziehung.

Oh, und zur Antwort auf die Frage in der Überschrift: „Wenn Ihr Unternehmen die neue IASB-Terminologie für „Bilanz" einführt. Dann heißt es nämlich statt dem vertrauten „balance sheet" plötzlich „statement of financial position".

As big as a house (11-12-2013)

While reading the Guardian newspaper recently, I came across an article describing the proportions of an Amazon.com distribution centre. The conveyor belts here were described as “winding through a space as big as 31 football pitches”. This reminded me of a common problem faced by translators working from German into English: namely, how to deal with units of area measurement – a particularly thorny issue in less technical texts where style is paramount. A museum, for example, might proudly boast that it has 5,000 square metres of exhibition space; a theme park might offer 600,000 square metres. All very impressive, but it often means little to an English speaker. Most of us are simply unable to paint a visual picture of how big that might be. As the Guardian example shows us, we often need a more tangible basis for conceiving dimensions in our mind’s eye. As translators, we have to decide whether to keep the same unit of measurement, replace it with an appropriate adjective (large, vast, gigantic) or simply leave it out altogether if this produces the most natural-sounding and appropriate translation. One thing we don’t do is to convert metric units into imperial as there are simply too many pitfalls in doing so.

Property is a good example of how the British and German cultures function differently: in the UK, the precise size of a house, flat or even room is rarely listed prominently. Just compare any UK and German property listing sites: in the German ads, almost every house or flat has the square meterage first. In the equivalent UK ads, such details are noticeable by their absence, generally replaced instead by a reference to the number of bedrooms.  This is an excellent example of how context and the purpose for which a translation is to be used can be critical to the way a text is translated. If the advert is to be placed in a London newspaper, it would make sense to ‘localise’ the text by replacing information about size with the number of bedrooms. If it is being used in a legal dispute about the dimensions of the property, the exact dimensions comprise a key element of the text.

Ten myths about translation quality (13-08-2013)

The Huffington Post recently published an article entitled ‘Ten Common Myths About Translation Quality’. We liked it so much that we thought we would provide a link and add our own two cents to explain how they apply to us.

Here’s the link to the article:  http://www.huffingtonpost.com/nataly-kelly/ten-common-myths-about-tr_b_3599644.html

Myth #1: Bigger is always better.

Buying from a big company with a big name does not guarantee quality. And it’s no different for translation. We agree with the Huffington Post that large agencies have a part to play but we believe that specialising in a single language direction gives us a competitive edge.

Myth #2: All I need is a translator.

But would you say the same for a writer? Translation, like any other writing process, requires more than just one person to ensure the best results. At LingServe, all our translations are checked by another member of staff in an iterative process that helps keep our language fresh and our quality high. It’s also something that sets us apart from freelance translators.

Myth #3: More translators will result in better quality.

The more you translate about a certain company or subject area, the more familiar you become with it. Makes sense doesn’t it? Wherever possible we try to use the same translators for the same clients. It keeps consistency and quality high, and it’s also why we strongly recommend not splitting jobs between different translators in order to meet a tight deadline.

Myth #4: Pitting one provider against another keeps quality in check.

Here, the Huffington Post points out the dangers involved in having the translations of one provider checked by another. Even if the translation is pretty much perfect, the reviewer may well be reluctant to say this because there will be no tangible evidence of the work carried out. At LingServe, we work on a collaborative rather than a combative basis, with all translations reviewed inhouse by a second pair of eyes.

Myth #5: Getting a "back translation" will ensure quality.

This can be like a game of ‘Chinese whispers’ and is unlikely to give you any conclusive insight into the quality of the original translation. We would agree that this is generally a pointless exercise that merely serves to increase the cost to the customer.

Myth #6: Bilingual employees will provide me with helpful quality feedback.

Everyone knows that one guy who grew up in Switzerland and speaks about four languages. They’d make a great translator, right? Not necessarily. People who learn languages because of a true passion rather than because of an accident of birth usually make better linguists. And often a little knowledge of a language can be a dangerous thing.

Myth #7: Translation quality control works well.

Translation quality control is important to some extent, but ticks on check boxes mean nothing if the style of the target text is inappropriate or of a poor quality. We’d rather produce a professional, natural-sounding translation with one extra space at the end of the sentence than a clunky document that doesn’t convey the meaning of the original, but is error free according to a checklist. And, as the Huffington Post says, it’s far more important to focus on quality improvement, i.e. by providing us with as much background information and context as possible.

Myth #8: My source content has no impact on quality.

It’s a general rule in translation that the better the source text the better the translation. If a text really shines, the translation practically writes itself. Why? Because a well-written text is one where you immediately understand what the author is communicating. We can, to a certain extent, ask for clarification and produce a translation that in some cases is better than the original. However, if the original message isn’t clear, there’s only so much we can do to rectify this.

Myth #9: Technology should be avoided.

Translation technology doesn’t mean machine translation here. Machine translation does have its uses, of course, but not for producing stylish, professional and polished texts. Translation software here refers to tools that aid consistency and speed, drawing on ‘translation memory’ and incorporating often huge dictionaries containing thousands of specialist terms.

Myth #10: When you ask for a "translation" you'll get the same thing from everyone.

When you commission a translation, be sure that you understand in advance exactly what it is that you are buying and that there will be no hidden additional charges. This is why we send our customers a job confirmation before starting on any job, to be sure that there is no confusion about what is being asked of us or about what we will charge.

A collaborative process (23-11-2012)

At LingServe we welcome constructive input and feedback from customers and indeed this is often an essential ingredient in producing an optimum translation. Ultimately the customer always has the final word and, of course, the benefit of inside knowledge which the translator may lack. But there are certain rules that need to be followed in order to produce the optimum outcome.  An incident this week with one of our customers – who shall of course remain nameless – illustrates what can go wrong if the process is not managed correctly.

The customer concerned broke some cardinal rules of the translation process. Firstly, never attempt to rewrite passages of text in a language that is not your native language (in the same way that a professional translator should never translate into any other than his own native language). Secondly, always review any changes you wish to make with the translator in an iterative process, stating the grounds for any suggested changes and allowing the translator to review the changes and provide further professional input to ensure that terminological inconsistencies, inappropriate style or register, incorrect syntax etc. do not inadvertently creep into the text.  Thirdly, and this is specific to the translation of financial reports (of which the translation concerned was one), do not arbitrarily change the terminology used in financial statements from that used previously.

One of the key requirements of financial statements and financial reports is comparability over time. This is why accountants will restate prior-year figures if there has been a fundamental change in the underlying parameters (e.g. a newly acquired company). Similarly, financial translators have to ensure that the terminology used in financial statements is consistent from one reporting period to the next. The reader needs to be sure he is comparing apples with apples and not apples with pears.

The customer in question broke all three of the above cardinal rules, putting back the publication of the half-year report and creating several man-days of unnecessary work along the production chain, starting with the customer himself, the translation company (us) and the DTP agency. He did this by producing a swathe of (predominantly incorrect or unhelpful) changes and forwarding them directly to the DTP agency, who duly entered all the corrections in the typeset document. After this came to our attention, most of this work had to be reversed in a highly time-consuming and error-prone process of handwritten corrections and counter-corrections.

In summary, do please question, query and give feedback on our translations, but always involve us in the process.